Montag, 21. Mai 2012

Kinderspiel des Jahres 2012 – nominiert und empfohlen

Die sechs Jurorinnen und Juroren, die über das Kinderspiel des Jahres entscheiden, haben gesprochen. Das flotte Die kleinen Drachenritter, das elektronisch unterstützte Schnappt Hubi! und Spinnengift und Krötenschleim von „Altmeister“ Klaus Teuber sind für den Hauptpreis nominiert. Dieser wird 11. Juni in Berlin gekürt – also vier Wochen vor dem Spiel des Jahres und dem Kennerspiel des Jahres.
Jetzt darf spekuliert werden, welches Spiel die besten Chancen hat. Hat Schnappt Hubi! zu viel Ähnlichkeit mit Wer war’s? Ist Spinnengift vielleicht zu langatmig? Sind die Drachenritter eine Spur zu einfach? Die Jury wird es entscheiden.
Neun interessante Spiele sind auf der Empfehlungsliste zum Kinderspiel des Jahres zu finden. Das sind drei Titel weniger als im Jahr zuvor. Was sicherlich eine vertretbare Entscheidung ist. Denn insgesamt scheint die Zahl der wirklich guten Spiele in diesem Jahrgang recht beschränkt zu sein.
Aus Kinderspielsicht lohnt auch ein Blick auf die Empfehlungsliste des Spiels des Jahres mit seinem roten Pöppel. Das Kartenspiel Drecksau gefällt Erwachsenen und gehört zudem zu den besten Kinderspielen dieses Jahres. Auch mit Indigo sowie teilweise Kalimambo kann man Kinder erreichen. Zwei Spiele, bei denen spielerfahrene Achtjährige gerne mitmachen, sind sogar für den roten Hauptpreis nominiert: das Würfelspiel Vegas und das Kommunikationsspiel Eselsbrücke.  
Spiel des Jahres >

NOMINIERT FÜR DAS KINDERSPIEL DES JAHRES 2012  
Die kleinen Drachenritter von Marco Teubner (Huch & friends) ab 5  
Schnappt Hubi! von Steffen Bogen (Ravensburger) ab 5  
Spinnengift und Krötenschleim von Klaus Teuber (Kosmos) ab 6  

EMPFEHLUNGSLISTE KINDERSPIEL DES JAHRES 2012  
Captain Kidd von Angelika Lange und Jürgen Lange (Beleduc) ab 3  
Coraxis & Co von Andreas Frei u.a. (Queen) ab 7  
Flossen hoch! von Edith Grein-Böttcher (Zoch) ab 4  
Hexenhochhaus von Klaus Kreowski (Drei Magier) ab 4  
Klack von Haim Shafir (Amigo) ab 4  
Mogel Motte von Emely Brand und Lukas Brand (Drei Magier) ab 7  
Monster-Alarm von Ivan de Faveri (Spiegelburg) ab 5  
Scout – Zirkus Stapelix von Liesbeth Bos (Kosmos) ab 5  
Super Rhino von Steven Strumpf und Scott Frisco (Haba) ab 5

Mittwoch, 16. Mai 2012

Drecksau

Ab in den Matsch!
Meine Schweine wollen dreckig sein. Diese amüsante Aufgabe stellt uns Drecksau. Je drei Schweine-Spielkarten mit blitzblanken Sauen liegen vor jedem von uns. Wenn ich eine Matschkarte ausspiele, drehe ich eines meiner Schwein auf die Rückseite – und es ist dreckig. Dies könnte ich dreimal machen und hätte gewonnen. Doch der Gegner passt auf. Er spielt eine Schrubberkarte gegen mich, und prompt ist die Sau sauber. Wenn er eine Regenkarte ausspielt, werden sogar alle Schweine auf einen Schlag sauber. Eine Stallkarte würde ein Dreckschwein vor Niederschlag schützen – es sei denn, der Blitz schlägt ein.
Regel | Die schwarz-weiß gedruckte Anleitung lässt keine Fragen offen, wäre aber mit farbigen Abbildungen etwas übersichtlicher.
Zielgruppe | Für alle. Erwachsenen macht dieses flotte Kartenspiel viel Spaß, Kindern ab sechs Jahren – mit etwas Übung schon ab fünf – bereitet es sogar noch mehr Freude.
Fazit | Die schön illustrierten Karten spinnen eine herrlich lustige Geschichte, die in Kombination mit dem interessanten Ablauf für Dynamik sorgt. Mal geht’s schnell, mal dauert es länger. Aber immer wird noch eine weitere Runde gespielt.

Drecksau
von Frank Bebenroth und Arpad Fritsche
Kosmos (Redaktion: Vincent Gatzsch)
für 2 bis 4 Kinder ab zirka 7 (besser: 6) Jahre
zirka 7 Euro

Donnerstag, 1. März 2012

Uluru

Tumult am Ayers Rock
Ein games we play Spieletipp für
die KinderZEIT

KinderZEIT
DIE ZEIT Nr. 10 / 2012,
Seite 41 >>

Wie muss ich meine acht Spielfiguren aufstellen? Acht Spielkarten zeigen an, wie sie auf die verschiedenen Punkte des kleinen Tableaus, das vor jedem von uns liegt, verteilt werden. Mal gibt es mehrere Lösungen, mal eine Lösung, mal gar keine.
Zielgruppe | Ab acht Jahren. Da die Spielkarten in unterschiedliche Schwierigkeitsstufen eingeteilt sind, können es sogar noch jüngere Kinder versuchen. Andere Karten sind hingegen eine Herausforderung für Erwachsenen. Eine bemerkenswerte Besonderheit ist die Rückseite des Spielbretts. Hier sind zwei Kartenreihen aufgezeichnet, so dass ein Spieler den einfachen Kartensatz verwendet und der andere den komplizierteren. So können Kinder gegen Erwachsene antreten.
Fazit | Mit Traumvögeln möchte uns Uluru (so nennen die Aborigines den Ayers Rock) in die Mythologie Australiens entführen. Dass unter dem Druck der Sanduhr und der gleichzeitig spielenden Gegner von Traum nichts übrig bleibt, ändert nichts an einem hervorragenden Spiel.

Uluru
von Lauge Luchau
Kosmos (Redaktion: Michael Baskal)
für 1 bis 5 SpielerInnen ab zirka 8 Jahre
zirka 32 Euro

Donnerstag, 19. Januar 2012

Der elektronische Ting bei Haba

Es droht ein Durcheinander nicht kompatibler „intelligenter“ Elektronik bei den Spielen. Nach Tiptoi und Toystick drängt jetzt ein dritter elektronischer Stift auf den Brettspielemarkt. Haba wird auf der Nürnberger Spielwarenmesse zwei Lernspiele für den Ting vorstellen. In der bewährten Reihe Ratz Fatz erscheinen zwei Titel: Zahlen und Buchstaben. Beide sind Lernspielsammlungen, bei denen laut Haba „in zwölf fantasievollen Geschichten, Gedichten und Rätseln gereimt, gesungen und viel gelacht wird“. Gefördert werde dabei das Zahlen- beziehungsweise das Buchstabenverständnis sowie die sprachliche Entwicklung.
Ting – der Hörstift wird gemeinsam von der Augsburger Druckerei Himmer und dem Verlag Random House Bertelsmann vertrieben. Eine Reihe von unterschiedlichen Verlagen haben Bücher für den Ting herausgeben – insbesondere für Kinder, unter anderem zwei Wimmelbücher bei Haba. Aber es gibt auch Bände für Erwachsene, beispielsweise das Bestimmungsbuch Was fliegt denn da? 346 Vogelarten Europas von Kosmos. Ein elektronisch unterstütztes Brettspiel hat der Stuttgarter Verlag leider nicht im Angebot.
Der Vorteil des Ting ist das breite Buchangebot, so dass der Stift nicht nur für kleinere Kinder nutzbar ist, sondern auch für ältere Geschwister oder Eltern. Für den Toystick der Firma Chefeu gibt es bislang das bei Noris erschienene Abenteuerspiel Die Schatzkammer von El Mirador. Diese für etwas ältere Grundschulkinder attraktive Schatzkammer ist bislang das einzige stiftunterstützte Brettspiel, das kein Lernspiel ist. Ein Nachteil für den Toystick sind die wenig überzeugenden broschürenähnlichen Bücher, die ebenfalls von Noris verlegt werden. Ravensburgers Tiptoi ragt hingegen mit einem guten Buchprogramm und dem bislang größten Spieleangebot heraus. Auf der Nürnberger Messe wird mit Mission im Lesedschungel bereits das achte Lernspiel erscheinen.
Die Technik dieser drei Stifte ist ähnlich, alle laden via USB ihre Software aus dem Internet runter. Trotzdem sind sie untereinander nicht kompatibel. Für den Verbraucher ist das eine ärgerliche Situation. Wenn er sich für Habas neue Ratz Fatz-Spiele interessiert, muss er erst einmal 35 Euro in einen Ting investieren. Wer schon einen Tiptoi besitzt, wird sich das genau überlegen.
> tiptoi und toystick

Freitag, 13. Januar 2012

Mondo

Erschaffe eine neue Welt
Ein games we play Spieletipp für die KinderZEIT
KinderZEIT
DIE ZEIT Nr. 3 / 2012, Seite 37 >>
Jeder spielt für sich allein – und doch gegeneinander. In der Tischmittel liegen unzählige Puzzleteile, in denen die Spieler nach passenden Landschaftskärtchen wühlen. Daraus müssen sie ein möglichst punkteträchtige eigene „Welt“ zusammensetzen. Wüste, Wiese, Wald und Wasser sollen gut zusammenpassen, Tiere spendieren Bonuspunkte, während Vulkane für Miese sorgen.
Zielgruppe | Kinder ab acht und Erwachsene, die keine Scheu vor Hektik haben.
Fazit | Mondo hat einfache Regeln, ist aber schwierig zu spielen. Unter dem Druck des tickenden Globusweckers und der Mitspieler, die einem die besten Teile wegschnappen, kann man schnell die Orientierung verlieren. Die hilft nur eines: noch mal spielen.

Mondo
von Michael Schacht
Pegasus (Redaktion: Thygra)
für 1 bis 4 SpielerInnen ab zirka 8 Jahre
zirka 30 Euro

Dienstag, 10. Januar 2012

Kakadoo

Als Cocotaki: Auswahlliste Kinderspiel des Jahres 2002Haim Shafirs Taki – eine Variante der Spielidee von Mau Mau beziehungsweise Uno – ist das beliebteste Spiel in Israel. Bei Cocotaki hat Shafir dieses Ablegespiel mit Tierkarten ausgestattet. Die Kinder „bedienen“ entweder die Farbe oder das Tier. Gleichzeitig müssen sie die passende Tierstimme nachahmen. Außer bei roten Karten, da bleibt man stumm. Es sei denn, es ist der rote Hahn. Dann heißt es „Cocotaki“. Jetzt ist Cocotaki und dem Namen Kakadoo neu erschienen.
Spielregel | Die Cocotaki-Anleitung beginnt mit einer Anfängervariante, die durch Fortgeschrittenen- und Profi-Regeln ergänzt wird. Das ist vorbildlich und ebnet bereits den Kleinsten den Weg in dieses Spiel. Die Kakadoo-Regel basiert hingegen auf dem Profi-Cocotaki.
Zielgruppe | Wer die Cocotaki-Anleitung verwendet, kann mit Kindergartenkindern spielen, sobald sie die Karten halten können. Kakadoo wendet sich hingegen an achtjährige Schulkinder.
Fazit | Cocotaki ist ein genial lustiges Kartenspiel. Es ist so ähnlich wie Uno – aber eben auch besser als Uno. Man sollte sich also die Cocotaki-Regeln herunterladen und findet dann einen optimalen Einstieg. Es gibt nur zwei wichtige Änderungen bei den Tieren. Statt des Hahns finden wir einen Kakadu, und statt des Schmetterlings (der mehrfarbige Joker) sind bunte Fische in Kakadoo.
Download: Cocotaki-Spielanleitung >>

Kakadoo
von Haim Shafir
Amigo
für 2 bis 10 Kinder ab zirka 8 Jahre (mit der Cocotaki-Regel: ab zirka 5 Jahre)
zirka 8 Euro

Sonntag, 18. Dezember 2011

Zicke Zacke

Finde die Verstecke hinter Zaun und Hecke
Empfehlungsliste Kinderspiel des Jahres 201115 Tiere haben sich hinter den Bretterzäunen der Spieler versteckt. Eine Suchkarte wird aufgedeckt. Wer am schnellsten auf die Abklatschkarte des Spielers haut, bei dem sich das Tier verbirgt, gewinnt.
Spielregel | Die Anleitung ist leider viel zu klein gedruckt und außergewöhnlich schwer verständlich. Dabei ist der Ablauf einfach zu verstehen, selbst Vierjährigen erschließt er sich beinahe intuitiv.
Zielgruppe | Für Kindergartenkinder. Als Reaktionsspiel ist es aber auch für Erwachsene eine Herausforderung.
Fazit | Das Kartenspiel Zicke Zacke (an den Klassiker mit der Hühnerkacke erinnern eigentlich nur die schönen Abbildungen) begeistert Kinder insbesondere dann, wenn sie ihre Eltern schlagen können. Während Erwachsene nach einem Tier suchen müssen, haben sich Kinder den Ort gemerkt. Sie klatschen manchmal fast ohne Reaktionszeit auf das richtige Ziel. Selbst als Zwei-Personen-Duell eignet sich Zicke Zacke hervorragend, da eine alte Scheune quasi für einen neutralen weiteren Spielpartner sorgt.
Zicke Zacke
von Andreas Kramer und Walter Scholz (alias „Marek Zoschl“)
Zoch (Noris)
für 2 bis 5 Kinder ab zirka 4 Jahre
zirka 8 Euro

Donnerstag, 17. November 2011

Robin Hund

Ein heldenhaftes Sammelspiel
Ein games we play Spieletipp für die KinderZEIT
KinderZEIT
DIE ZEIT Nr. 47 / 2011, Seite 47 >>
Wer fünf unterschiedlich farbige Karten gesammelt hat, gewinnt einen Siegpunktschatz. Jedoch muss man manche genommene Karte sofort wieder verschenken. Dabei sollte man sich gut gemerkt haben, welcher Mitspieler eine Karte dieser Farbe noch nicht auf der Hand hat. Denn dann zieht die eigene Hundefigur weiter und nähert sich dem Schloss, wo es ebenfalls einen Schatz zu gewinnen gut.
Zielgruppe | Für Schulkinder, aber auch Jugendliche und Erwachsene spielen gerne mit.
Fazit | Nehmen oder schenken? Robin Hund kombiniert Spielkarten mit Merk- und Brettspielelementen zu einer ausgezeichnete Mischung.
Robin Hund
von Eugen Wyss
Haba
für 2 bis 5 SpielerInnen ab zirka 6 Jahre
zirka 7 Euro

Dienstag, 1. November 2011

Magors Lesezauber

tiptoi | Laute hören, Wörter zaubern
Empfehlungsliste Kinderspiel des Jahres 2011Auf den Feldern rund um dem Zauberkessel hat sich der Rabe versteckt. Wer ein Feld mit dem Tiptoi antippt, der hört den Vogel rufen – mal laut, mal leise. So kann man hören, wie weit man von Raben entfernt ist und kann sich akustisch herantasten. Hat ein Kind den Raben erreicht, bekommt es eine Aufgabe. Wie diese aussieht, ist abhängig davon, welche der drei Schwierigkeitsstufen gewählt wurde. Bei den einfachsten Aufgaben geht es beispielsweise darum, zu erkennen, welche der abgebildeten Zauberdinge mit welchem Laut beginnen. Schwieriger ist es, wenn man aus Buchstabenplättchen Worte zusammensetzen muss.
Zielgruppe | Kindergartenkinder, die sich für Buchstaben und Laute interessieren, sowie Erstklässler.
Fazit | Mit den akustischen Hinweisen auf den entflogenen Vogel finden wie eine überzeugende Kinderspiel-Herausforderung für den Tiptoi. Bei den Hör- und Leseaufgaben ist die Einteilung in drei Schwierigkeitsstufen gut gelungen. Schade ist es, dass sich der Tiptoi bei nicht gelösten Aufgaben weigert, die richtige Antwort zu verraten. Deswegen ist Magors Lesezauber zum Lernen nur bedingt geeignet. Es ist eben ein Spiel. Und damit beantwortet sich fast schon folgende Frage: Sollen sich Fünfjährige überhaupt schon mit Buchstaben beschäftigen? Ja – wenn sie es selbst möchten und dies gerne tun.
Magors Lesezauber
von Kai Haferkamp
Ravensburger (Redaktion: Jutta Perkert, Florian Mühlegg)
für 1 bis 4 Kinder ab zirka 5 Jahre
zirka 20 Euro

Sonntag, 23. Oktober 2011

Schwer nachvollziehbar: Selectas Ausstieg

Selecta wird sich aus dem Brettspielmarkt zurückziehen. Anfang 2012 wird das Holzspielzeug-Unternehmen aus dem bayerischen Edling seine letzten Kinderspiele herausgeben. Diese Meldung beherrscht die Gespräche der Kinderspiel-Interessierten auf der Essener Spiel ’11. Dabei ist Selecta schon seit zwei Jahren nicht mehr mit einem Stand in Essen vertreten, sondern präsentierte sich ausgewählten Journalisten in einem Hotel neben dem Messegelände. Diese Entscheidung war damals von vielen Seiten kritisiert worden, da man dies als unfreundlich gegenüber dem kleinen Kunden verstand. Selecta begründete hingegen, dass es sich ökonomisch nicht rechne, sich mit einem aufwändigen Messestand zu präsentieren.
Diese Herbst-Neuerscheinung fehlt auf den Essener Spieletagen: Pyjamaparty
So gesehen, hat sich der Ausstieg aus dem Brettspielgeschäft schon 2009 angedeutet. Selecta war immer ein besonderer Spieleanbieter, der auf sehr hohe Materialqualität der aus eigener bayerischer Fertigung stammenden Produkte achtet. Damit konnte man sich aber nie richtig auf dem Markt durchsetzen. Die Brettspiele schwammen nur so mit in der großen Holzspielzeug-Palette, die Selecta weiterhin anbieten wird.
In der Branche geht man davon aus, dass die Auflagen der Selecta-Spiele nie sehr hoch waren – auch in dem Vergleich zu den Wettbewerbern. An der spielerischen Qualität kann es nicht gelegen haben. Im letzten Jahrgang veröffentlichte der Verlag vier Spiele, von denen sich 50 Prozent als herausragend entpuppten – Grimaffen und Pappsatt schafften es auf die Empfehlungsliste Kinderspiel des Jahres. In den letzten Jahren konnte wohl kein Verlag eine höhere Trefferquote verbuchen als Selecta, die mit einer hervorragenden Redaktionsarbeit glänzten. Nur leider konnte oder wollte der Selecta-Vertrieb damit nicht mithalten. Die Brettspiele sind Anhängsel der pädagogisch hochwertigen Holzspielzeugpalette und werden weitgehend auch nur über entsprechende Läden verkauft. Die Masse erreicht man damit nicht – was aber wohl auch nicht zum Selbstverständnis des Edlinger Verlags gehört.
So ist es gar nicht überraschend, dass in einem Jahr, in denen die Brettspielbranche erstmals zurückgehende Umsätze meldet, das Aus für die Selecta-Spiele verkündet wird. „Wir sehen hier für unsere qualitativ sehr hochwertigen Kinderspiele, die von Premium-Qualität ,Made in Bayern‘ ausgeht, mittelfristig keine Besserung“, klagt Vorstand Matthias Menzel. Erstaunlich ist, dass er im gleichen Atemzug verkündet, im Kerngeschäft Holzspielzeug zu expandieren. Hier scheint Qualität gefragt zu sein. Selectas These, dass es bei den Kinder-Brettspielen eine gegenläufige Tendenz gebe, ist schwer nachvollziehbar.