Sonntag, 19. Februar 2017

Zauberei hoch drei

Alle Figuren starten gemeinsam auf dem siebten Feld. Nur der Wächtergeist beginnt auf Feld Nr. 1 und ist uns jetzt auf den Fersen. Anfangs zieht er pro Runde einen Schritt nach vorne, später beschleunigt er auf bis zu drei Schritte. Damit die Figuren schnell weglaufen können, müssen sich die Kinder die so genannten Lumie-Symbole merken, die auf den verdeckten Baumplättchen abgebildet sind. Wer an der Reihe ist, wirft drei Symbolwürfel und muss nacheinander die dazu gehörigen Plättchen aufdecken.
Material | Am Ziel müssen die Figuren die schöne dreidimensionale Treppe hinauf, die allerdings leicht verrutscht.
Zielgruppe | Kinder ab 6 Jahre, und auch die Eltern spielen gerne mit.
Fazit | Kinder merken sich sehr gut, wo die richtigen Symbole versteckt sind. Eltern tun sich merklich schwerer. Für sie ist es besonders wichtig, dass sich die Spieler untereinander helfen dürfen. Allerdings bedient sich Zauberei hoch drei eines fiesen Kniffs. Sobald sich eine Figur auf der Treppe hoch zum Ziel befindet, darf dem entsprechenden Spieler nicht mehr geholfen werden. Da sehen manche Eltern ganz schön ratlos aus. Zauberei hoch drei ist ein spannendes kooperatives Spiel.

schönZauberei hoch drei
von Lukas Zach und Michael Palm
Pegasus Spiele (Redaktion: Claudia Geigenmüller)
für 2 bis 6 Kinder ab zirka 6 Jahre
zirka 25 Euro

Dienstag, 27. Dezember 2016

Burg Schlummerschatz

Ein ungewöhnliches Memo-Spiel
Empfehlungsliste Kinderspiel des Jahres 2016
Die 12 Burgwächtertiere liegen als offene Plättchen ringförmig im Kreis, und zwischen ihnen befinden sich jeweils bis zu drei Münzen. In der Mittel liegen 12 Schlafmützen-Kärtchen, auf denen sich ebenfalls die Tiere befinden: allerdings verdeckt, wie bei Memory. Wer an der Reihe ist, öffnet zwei Schlafmützenplättchen. Wenn diese beiden Tiere im Ring nebeneinander stehen, gewinnt das Kind die dazwischen befindlichen Münzen.
Zielgruppe | Kindergartenkinder ab zirka 4 Jahre und Grundschulkinder.
Fazit | Die Schachtel ist ganz klein, der Inhalt mit den witzig gezeichneten Wächtertieren ist ziemlich großartig. Es ist zwar „nur“ eine Memory-Variante, bei der statt identischer Kärtchen jeweils benachbarte Burgwächter zu suchen sind. Diese Idee funktioniert ganz hervorragend auch in altersgemischten Gruppen. Selbst für Erwachsenen ist es eine Herausforderung, die richtigen Tiere zu finden.

schönBurg Schlummerschatz
von Heinz Meister
Haba
für 2 bis 4 Kinder ab zirka 4 Jahre
zirka 8 Euro

Freitag, 23. Dezember 2016

25 Jahre games we play: Am Anfang stand ein Labyrinth

Vor 25 Jahren erschienen die ersten games we play-Spielebesprechungen. Ganz am Anfang mit dabei: Das Labyrinth der Meister (Ravensburger) von Max J. Kobbert, damals mit dem Deutschen Spiele Preis 1991 ausgezeichnet und einem Sonderpreis Schönes Spiel von der Spiel-des-Jahres-Jury prämiert. Es war ein „Remake“ des fünf Jahre zuvor erschienenen Das verrückte Labyrinth. „Erwachsener geworden“ sei es im Vergleich zum Original, stellte die in der Zeitschrift Niederrhein Magazin abgedruckte Spielekritik fest. Online waren die games-we-play-Besprechungen erst ab 1993 verfügbar, zunächst über einen Fileserver und ab 1996 im World Wide Web.
Heute sprechen die Marketingexperten von „Line Extensions“, wenn sie den Namen eines erfolgreichen Spiels auf weitere Titel ausdehnen. Bei Das verrückte Labyrinth ist das über die Jahrzehnte mit 20 Varianten geschehen, zuletzt mit einer limitierten Jubiläumsedition 30 Jahre, die im Dunkeln leuchtet. Sobald man im Labyrinth die Tagesschätze gefunden hat, wird das Licht ausgemacht. Fluoreszierende Farbe sorgt nun dafür, dass die Nachtschätze sichtbar werden.
Ursprünglich hatte Das verrückte Labyrinth die Altersangabe „ab 8“, Das Labyrinth der Meister sogar „ab 10“. Seit einigen Jahren steht „ab 7 Jahren“ auf der Schachtel, Das verrückte Labyrinth orientiert sich damit mehr am Kinderspielsegment und ist dort längst zum Klassiker geworden.

Dienstag, 1. November 2016

Dschungel Bande

Das total verschobene Abenteuer
Empfehlungsliste Kinderspiel des Jahres 2016
Auf der einen Seite der Schachtel werden die Tierplättchen in den Fluss hineingeschoben, auf der anderen Schachtelseite werden sie hinausgespült. Entscheidend ist, welche Tiere jeweils zu sehen sind, ohne von Brücken überdeckt zu sein. Diese Anzahl bestimmt, was beispielsweise ein gewürfelter Tukan bedeutet: Zwei dieser Vögel sind sichtbar – also darf die Figur zwei Schritte nach vorn ziehen. Da der Spieler zuvor noch ein weiteres Tierplättchen in den Fluss schieben darf, kann er damit die Zahl in seinem Sinne beeinflussen, falls er sich die verdeckten Tiere gemerkt hat.
Material | Der dreidimensional gestaltete Fluss ist raffiniert gestaltet. Allerdings verkanten bei kleineren Kindern gelegentlich die Plättchen.
Zielgruppe | Für 5-Jährige sind die Regeldetails noch zu schwer. Deshalb besser erst ab 6.
Fazit | Die Kombination aus einem Merk- und einem Laufspiel passt gut zusammen, und der schöne Wasserfall fasziniert die Kinder. Leider dauert das Spiel insbesondere in der Anfängervariante und zu viert recht lange, so dass es manchmal nicht so leicht fällt, den Spannungsbogen aufrecht zu erhalten.

Dschungel Bande
von Stefan Dorra und Manfred Reindl
Kosmos
für 2 bis 4 Kinder ab zirka 5 (besser: 6) Jahre
zirka 25 Euro

Mittwoch, 19. Oktober 2016

Sag’s mir! Junior

Auch für die Kleinsten
Empfehlungsliste Kinderspiel des Jahres 2016
220 Bildkarten sind im Spiel enthalten. Ein Spieler erklärt die Kärtchen, und die Mitspieler erraten sie. Das sollte möglichst schnell geschehen, denn die Sanduhr läuft. Nach 20 Bildern wird der Lauf der Sanduhr unterbrochen, und die Kärtchen werden gemischt. Weiter geht’s: Nun darf der Erklärer kein Wort mehr sagen, sondern muss dieselben 20 Bilder pantomimisch darstellen. Wenn die Raterunde (oder ein einzelner Spieler) es schafft, sämtliche Kärtchen innerhalb der vorgegebenen Zeit zu erraten, haben alle gewonnen.
Zielgruppe | Ab zirka 4 oder 5 Jahre.
Fazit | Ursprünglich hieß Sag’s mir! Time’s up und war ein gutes und ziemlich anspruchsvolles Spiel für Erwachsene. Jetzt wurde es in hervorragender Weise in ein Junior-Format eingedampft und brilliert als „Partyspiel“ für die Kleinsten. In der Fortgeschrittenenversion wird reihum gespielt, und der Erklärer wechselt mit jeder Karte. So macht Sag’s mir! auch Grundschulkindern noch sehr viel Spaß. Und wer die Original-Time’s up-Regel kennt, kann aus dem kooperativen Sag’s mir! Junior einen launigen Wettkampf machen.
schönSag’s mir! Junior
von Peter Sarret
Repos (Vertrieb: Asmodee)
für 2 bis 12 Kinder ab zirka 4 Jahre
zirka 17 Euro

Mittwoch, 12. Oktober 2016

Leo bekommt den Deutschen Kinderspiele Preis

Der Venezianer Leo Colovini wurde für sein Leo muss zum Friseur am Vorabend der Essener Spieltage mit dem Deutschen Kinderspiele Preis 2016 ausgezeichnet. Er kam mit einer Löwenmähne auf die Bühne der Messe Essen und ließ damit keine Zweifel aufkommen, dass seine Namensgleichheit mit dem Leo der Spiels kein Zufall ist. „Ein Löwe geht auf die Jagd“, stellte er fest. Und wer schon mal versucht habe, mit zu langem Haar zu jagen, stellt fest, dass er zum Friseur muss, beschrieb der italienische Autor das Spiel.
Leo ist ein kooperatives Spiel, das nicht nur Kinder begeistert, sondern auch das erwachsene Fachpublikum, das über den Deutschen Spiele Preis entscheidet. „Kooperative Spiele sind eine ernstzunehmende Alternative“, sagte der Verleger Jo Nikisch, der das Spiel bei Abacusspiele herausgebracht hat, und wies auf Titel wie Pandemie hin. Erwachsene und Kinder würden dabei lernen, dass man ein Ziel gemeinsam besser erreicht, betonte Nikisch bei der Galaveranstaltung.
Leo Colovini widmete seine Auszeichnung dem 2004 in Venedig verstorbenen Alex Randolph (Tempo kleine Schnecke, Sagaland), mit dem er mehrfach zusammengearbeitet hatte.
Mit dem Hauptpreis, dem Deutschen Spiele Preis 2016, wurde Mombasa ausgezeichnet, ein recht komplexes Strategiespiel. Ansonsten finden sich in der diesjährigen Top Ten auch einige recht leicht zugängliche Titel, allen voran Karuba, das auf dem 6. Platz landet. Dieser Titel wird auch von Kindern ab zirka acht Jahre gerne gespielt. Auf Platz 2 wurde Codenames, das herausragende Spiel des Jahres 2016, gewählt. Der Spielejournalist Knut M. Wolf wurde für sein Lebenswerk mit einem Sonderpreis ausgezeichnet.

Sonntag, 9. Oktober 2016

Happy Birthday

Finde das perfekte Geschenk!
Ich habe Geburtstag. Meine Mitspieler suchen sich nun aus ihren Handkarten ein Geschenk aus, schieben mir die Karten verdeckt zu. Ich mische die Geschenke und decke sie auf. Nun entscheide ich, was mir am besten gefällt. Vielleicht das beeindruckende Baumhaus, das sich über mehrere Etagen versteckt? Der Spieler, der sich dieses Geschenk hat einfallen lassen, bekommt einen Siegpunkt. Jetzt wähle ich noch das schlechteste Geschenk. Einen Flug zum Mars, die viele Jahre dauert, möchte ich noch nicht einmal geschenkt. Für denjenigen Mitspieler, der sich das ausgedacht hat, gibt es ebenfalls einen Siegpunkt. Anschließend hat mein linker Nachbar Geburtstag. Das geht so lange reihum, bis jemand fünf Siegpunkte hat.
Zielgruppe | Ab zirka acht Jahre, besonders schön in größeren Runden ab 5 oder 6 Personen.
Fazit | Eigentlich möchte Happy Birthday, das wie eine vereinfachte Version des 2009 erschienenen Gift Trap wirkt, ein Spiel für Jugendliche und Erwachsene sein. Die auf den Spielkarten abgebildeten Geschenke sind da eindeutig. Doch den größten Erfolg hat Happy Birthday bei Kindern, die sind nämlich hellauf begeistert von dem sehr einfachen Spiel. Dass sie nicht alles wirklich verstehen, was er hier zu verschenken gibt, erscheint ihnen nebensächlich. Hauptsache es macht Spaß.

schönHappy Birthday
von Brian Weinstock und Amy Weinstock
Kosmos / NorthStarGames (Redaktion: Michael Sieber-Baskal)
für 3 bis 8 Kinder ab zirka 8 Jahre
zirka 13 Euro

Donnerstag, 22. September 2016

Monsterturm

Auf dem Tisch steht ein großes, viergeschossiges Gebäude. Durch die Dachluke werden 40 Holzmarker in das Gebäudeinnere geworfen. Diese Holzsteine sollen Monster sein und unterscheiden sich nur in ihrer Form: es gibt Dreiecke, Kreuze, Kreise und Quadrate. Jede Form gehört einem der Spieler. Nun wird die Sanduhr umgedreht, und alle müssen gleichzeitig versuchen, ihre eigenen Monster in den Keller zu schubsen. Dazu steckt man seine Finger in die Fensteröffnungen, versucht zu erfühlen, welches der Stein in der korrekten Form ist, und schubst den eine Etage nach unten. Wenn die Zeit abgelaufen ist, wird das Gebäude angehoben und es werden die ganz unten angekommenen Monster gezählt. Jedes Kind zieht entsprechend viele Chips, die zwischen 1 und 5 Siegpunkte wert sind.
Spielregel | Erst findet man gar keine Spielanleitung, und dann merkt man, dass sie sich auf der Schachtel befindet.
Material | Das aus Pappe gefertigte Gebäude sieht gut aus, ist sehr stabil, und das Beste: es befindet sich bereits fertig aufgebaut in der Schachtel. Weniger schön ist die thematische Umsetzung. Denn die abstrakten schwarzen Holzmarker, die auch etwas größer hätten sein können, sehen überhaupt nicht nach Monster aus.
Zielgruppe | Ab zirka 6 Jahre, 5-Jährige (so steht es auf der Schachtel) sind von der Hektik überfordert.
Fazit | Das fieberhafte Grabbeln in den dunklen Räumen des Hochhauses begeistert viele Kinder. Da wird geschubst und gerüttelt, mal gezielter und mal hilfloser um Punkte gekämpft. Gut ist es, wenn ein Erwachsener dabei das Haus festhält. Aber nicht allen Kindern gefällt das Spiel, bei dem man sich im Eifer des Gefechtes auch mal weh tun kann. Monsterturm ist etwas für Spieler, die ein hektisches Aktionsspiel mögen, bei dem es mehr auf Glück als auf Verstand ankommt.

nettMonsterturm
von Simone Luciani und Antonio Tinto
Cranio Creations/Heidelberger Spieleverlag (Redaktion: Marco Reinartz, Heiko Eller)
für 2 bis 4 Kinder ab zirka 5 (besser: 6) Jahre
zirka 30 Euro

Mittwoch, 7. September 2016

Leo muss zum Friseur

Nominiert für das Kinderspiel des Jahres 2016
Deutscher Kinderspiele Preis 2016

In Leo, einem kooperativen Spiel, muss die Löwenfigur über 30 Dschungelplättchen bis zum Ziel bewegt werden. Der Löwe rückt jeweils so weit vor, wie es die Ziffer auf der ausgespielten Handkarte bestimmt. Das Plättchen, das Leo nun erreicht, wird umgedreht. Wenn dessen Farbe der Farbe der Handkarte entspricht, kann Leo weiterlaufen. Ansonsten wird er von den dortigen Tieren in ein Gespräch verwickelt. Das Zebra hält ihn eine Stunde auf, die Löwin sogar fünf Stunden. Der Zeiger der Pappuhr wird entsprechend gedreht. Wenn der Löwe nach 12 Stunden sein Ziel nicht erreicht hat, wird er an den Start zurückgesetzt und ein neuer Tag beginnt. Wenn die Kinder sich gut gemerkt haben, welche Farben die inzwischen wieder verdeckten Dschungelplättchen haben, können sie gezielter vorgehen. Nach spätestens fünf Tagen sollte Leo den Friseur erreicht haben.
Zielgruppe | Kindergarten- und Schulkinder ab zirka sechs Jahre. Fünfjährige können dann mitmachen, wenn man die Variante mit offenen Karten spielt und ihnen behutsam hilft, was bei einem kooperativen Spiel gut möglich ist.
Fazit | Leo bietet eine witzige Geschichte, einen einfachen und absolut stimmigen Ablauf, Spannung sowie ein klasse Gruppenerlebnis. Einziger Nachteil: In der Zwei-Personen-Partie ist es zu einfach, den Friseur zu erreichen, was den Spaß etwas bremst. Zu viert oder zu fünft ist der Schwierigkeitsgrad gerade richtig, so dass der Anreiz, es erneut zu probieren, erhalten bleibt. Der italienische Autor Leo Colovini hat seinem tierischen Namensvetter, der wegen seiner überlangen Mähne dringend zu Friseur muss, ein tolles Abenteuer geschaffen.

Leo muss zum Friseur
von Leo Colovini
Abacusspiele (Lizenz: Studiogiochi)
für 2 (besser: 3) bis 5 SpielerInnen ab zirka 6 Jahre
zirka 20 Euro

Mittwoch, 31. August 2016

Raben Schubsen

Wer einen schwarzen Raben würfelt, stellt eine seiner Vogelfiguren auf einen freien Mauervorsprung, ohne dass der Gegner dies sehen kann. Wer einen Burgturm würfelt, zieht einen Mauervorsprung auf seine Seite und hofft, dass dabei eine gegnerische Figur runterfällt. Wer einen weißen Raben würfelt, bewegt eine seiner Rabenfiguren von einem Mauervorsprung auf die Mauerzinne, wo sie in Sicherheit ist.
Material | Eine schöne stabile Mauer befindet sich zwischen den beiden Spielern.
Zielgruppe | Ab zirka 5 Jahre.
Fazit | Dass die Mauervorsprünge etwas wackelig sind, so dass man auf der gegenüberliegenden Seite sehen kann, wo der Spieler eine Figur abstellt, ist kein Nachteil. Wer gleichzeitig an unbesetzten Vorsprüngen wackelt, kann damit den Mitspieler verwirren. So wird aus Raben Schubsen eine schöne Schiffe-versenken-Variante – gut auch deshalb, weil es so wenige Zwei-Personen-Kinderspiele gibt.

schönRaben Schubsen
von Marco Teubner
Moses
für 2 Kinder ab zirka 5 Jahre
zirka 20 Euro