Montag, 8. Februar 2010

Nürnberg: Ausblick auf das 2. Halbjahr

Einige Verlage bieten in Nürnberg bereits einen Blick auf die Neuheiten des zweiten Halbjahres 2010. Eine besondere Innovation ist dabei „das audiodigitale Lernsystem“ tiptoi von Ravensburger. tiptoi ist ein Stift (Foto) mit einem optischen Sensor und einen Lautsprecher. Mit diesem Stift wird in einem speziellen Buch oder Spiel auf ein Bild gezeigt. Daraufhin hört man den passenden akustischen Inhalt.
Der Stift wird einmal gekauft (die Inhalte werden über das Internet runtergeladen) und passt dann zu einer großen Anzahl an Büchern und Spielen. Erscheinen soll das System im Herbst, dazu sind mehrere Spiele (Foto), unter anderem von Reiner Knizia und Kai Haferkamp, in der Planung.
Ravensburger tritt damit in Konkurrenz zur yvio-Konsole, mit der PublicSolution seit 2008 das Brettspiel mit der Elektronik vereinen möchte. Auch für die yvio ist eine Reihe von Lernspielen angekündigt, die mit einem einheitlichen Spielbrett produziert werden. Dadurch können einzelne Spieletitel ohne Brett verkauft werden, was den Preis deutlich senkt.
Noch ein Elektronikspiel kündigt Ravensburger für den Herbst an: Wer war’s? 2. Diese Fortsetzung des Kinderspiel-des-Jahres 2008-Bestsellers, für die Reiner Knizia als Autor verantwortlich ist, wird sicherlich vielfach erwartet. Denn das vor drei Monaten herausgekommene Wo war’s?, das ebenfalls an Wer war’s? anknüpfte, konnte die Erwartungen nicht erfüllen.
Ganz ohne Elektronik, aber ebenfalls mit der Hilfe von Reiner Knizia – der als Berater tätig ist –, präsentiert Lego seine Spiele. Einen Autor haben die Spiele hingegen nicht. Mit einem orientalischen Handelsspiel (Foto) will Lego im Herbst sechsjährige Kinder begeistern.
Reiner Knizia steht auch im Goliath-Programm – sein Name gilt bei einigen Unternehmen als Qualitätshinweis, mit dem man sich gerne schmückt. Für ältere Kinder (ab 7) hat Knizia das Spiel Kariba entwickelt, bei dem die Spielkarten zwischen die Schilfblätter eines Kunststoffteichs gesteckt werden. Käse Kaos (Foto) ist das zweite Goliath-Spiel, das im Juli erscheinen wird. In diesem Spiel für Fünfjährige, Autor ist Ariel Laden, wühlen die Kinder hektisch in einem großen löchrigen Käse.
Mit einer Fußpumpe will Hasbro ebenfalls im Juli Achtung Frosch für die Kleinsten präsentieren. Wenn die richtige Seerosenkarte aufgedeckt wird, lässt ein Druck auf die Pumpe den Frosch in die Höhe schnellen, worauf er gefangen werden soll.

Sonntag, 7. Februar 2010

Nürnberg: Neuheiten III

Flinke Stinker (ab 6) heißt die Kinderspiel-Neuheit von Zoch. Stinktiere sind die nett geformten Figuren, die sich in diesem Merkspiel über die verdeckten Plättchen bewegen.
Kartenspiele für Kinder gibt es in Nürnberg eine ganze Reihe zu besichtigen. Charly (ab 6) ist ein vielfressendes Schwein. In diesem bei Abacus erschienenen Spiel müssen die Kinder verschiedene Tiere ernähren, wobei sie auch ein wenig rechnen können sollten. Genauso wie Abacus feiert auch Adlung sein zwanzigjähriges Jubiläum. Aus diesem Anlass finden wir erstmals auch in Nürnberg einige Adlung-Neuheiten. Bei Farbzwerge (ab 4 bzw. 7) lernen die Spieler, Farben korrekt zu mischen. Heiß auf Eis (ab 5 bzw. 7) ist ein toll gestaltetes Spiel, bei dem die Eiskugeln in bestellter Reihenfolge in die Waffeln müssen. Bei Quirly (ab 6) muss ein Spieler seine Karten in die richtige Reihenfolge sortieren – da alle Karten in Stapeln verdeckt auf dem Tisch liegen und alle gleichzeitig spielen ist das ein Ligretto-ähnliches Chaos.
Wo ist Mausi? (ab 3) und Wilde Bande (ab 5) sind zwei einfache Kartenspiele von Amigo, denen jeweils ein kleiner Stoffstern beiliegt.
Shave a Sheep (ab 5, Foto) heißt ein kleines Lego-Spiel ums Schafescheren, bei dem der Wolf die anderen Tiere erschrickt.
Aktion ist bei Kroko Frosch (ab 5) gefragt. Bei diesem Hasbro-Spiel müssen sich die Frösche vor dem batteriebetriebenen Krokodil rechtzeitig in Sicherheit bringen.
Diese Spiele gehören zu einer Auswahl der Neuheiten, die uns in diesem und im nächsten Monat erwarten. Es ist sicherlich keine vollständige Übersicht, denn das Angebot auf der Nürnberger Spielwarenmesse war kaum überschaubar. Im Unterschied zu den Essener Spieltagen, auf der Kinderspiele eine nachgeordnete Rolle spielen, gibt es zu Beginn des Jahres traditionell eine große Anzahl an interessanten Angeboten für Kinder.

Samstag, 6. Februar 2010

Nürnberg: Neuheiten II

Sehr hoch hinaus wächst bei Kosmos der Krakenalarm (ab 5, Foto) aus dem Spielfeld: denn weit oben thront der Kraken-Papa. Eine Tentakel-Schnur ist dabei gefährlich für unser Segelboot, denn es droht zu kentern. Lustig ist es bei einem weiteren Kosmos-Spiel: Gackerei ums Hühnerei (ab 5). Hier gehören die Stühle der Spieler zur Spielfläche. Hier werden die Eier ausgebrütet.
Bei den Oberschwäbischen Magnetspielen heißt es Schollenhüpfen (ab 5, Foto). Eisschollen werden so auf das Spielbrett geschoben, dass auf der anderen Seite die Schollen hinunterfallen. Die Jagdbeute befindet sich magnetisch gehalten auf der Unterseite der Eisplatten.
Neu in Deutschland ist der französische Verlag Bioviva, der bei uns von Asmodee vertrieben wird. Sie haben das kooperative Brettspiel The Fantastic Forest (ab 4, Foto) im Programm, in dem mit Sonnenauf- und -untergang sowie nachtleutendem Material der Tagesablauf als spielerischer Rahmen dient. Delugio, Hot Cocot, Tip Fops (alle ab 6) und Agil’up (ab 5) sind – in kleine würfelförmige Schachteln verpackte – Holzspiele, bei denen es auf Geschick und Schnelligkeit ankommt.
Aus Österreich kommen die Piatnik-Titel Monstermania (ab 5), ein puzzleähnliches Legespiel, das Handels-Kartenspiel Frutti di Mare (ab 6), das einfache Sammelspiel Schweine-Schwänzchen (ab 3) und das Geschicklichkeitsspiel Artistico (ab 5), bei dem ein Trapez in die Höhe gedreht wird.
Zugunsten der SOS-Kinderdörfer hat Grubbe eine Reihe von Spielen aus aller Welt produziert, die sich an traditionelle Ideen aufgreift. Das Go-ähnliche Woaley (ab 6) und Yut Nori, ein Brettspiel mit Wurfstäbchen, sind dabei die zwei Titel, die sich mit heutigen Kinder-Brettspielen messen lassen könnten.

Freitag, 5. Februar 2010

Nürnberg: Neuheiten I

Nürnberg und seine Spielwarenmesse präsentieren auch in diesem Jahr eine große Zahl an Kinderspielen, unter denen sich mit Sicherheit einige attraktive Titel befinden.
Turi-Tour (ab 5) heißt der Selecta-Titel, der reichlich Spielspaß bedeutet. Mit einer Maske, die die Augen verdeckt, müssen die Spieler nach den Tieren greifen. Sie befinden sich auf ihren Urlaubsinseln. Mit Aufgabenkärtchen wird dabei Geschick mit Merkfähigkeit kombiniert. Da spielen auch die Eltern gerne mit.
Hexenduell (ab 5) ist das große Haba-Spiel in diesem Frühjahr. Es hat mit seinem abstoßenden Magneten große Ähnlichkeit mit dem Drei-Magier-Titel Vampire der Nacht, der vor drei Monaten erschienen ist. Glassteine müssen beim Hexenduell geschickt in den Kessel in der Spielplanmitte geschoben werden. Flinke Füchse (ab 6) ist ein Würfelwettrennen und bei Inspektor Hase (ab 6) sollen sich die Kinder gut an die verdeckten Ganovenplättchen erinnern. Vier Kartenspiele und drei Mitbringspiele runden das Haba-Angebot ab.
Make ’n’ break ist ein Ravensburger-Klassiker, den auch Kinder mögen. Mit Make ’n’ break Junior (ab 5) gibt es jetzt eine reguläre Kindervariante, bei der alle gleichzeitig bauen. Auf eine Uhr wird deshalb verzichtet. Nino Delfino (ab 4, Foto) besitzt einen Plastikdelfin, der effektvoll einen Ball klaut, wenn der Hebel umgelegt wird. Ernsthafter wirkt hingegen Dreiste Geister (ab 6), bei dem die Spielkarten den Weg zum Schatz bereiten.
Schmidt präsentiert drei Spiele in der „Easyplay Kids“-Reihe. Der Titel ist natürlich doppelt gemoppelt. Leicht spielbar muss jedes Kinderspiel sein, sonst trägt es seine Altersangabe zu Unrecht. Tipi, Rakete und Mausesause (alle ab 5) heißen diese kompakten Spiele. Wer Eltern ärgern möchte, schenke deren Kindern die Bibi Blocksberg Hexenkugel (ab 4). Die unerträglichen Töne, die dieses Farbreaktionsspiel von sich gibt, lassen auf eine schnelle Erschöpfung der Batterien hoffen.
Unter der Drei Magier-Marke gibt Schmidt das Merkspiel Schatz der Kobolde (ab 5, Foto) heraus, bei der ein sich bewegender Magnetpendel die entscheidenden Hinweise gibt. Außerdem gibt es jetzt Das magische Layrinth Kartenspiel (ab 6), bei dem einem die Mitspieler die Wege verbauen können.

Sonntag, 31. Januar 2010

Neuheiten-Tipps

Die Kinderspiel-Empfehlungen des Monats
AB VIER
Ab auf die Wippe von Anja Dreier-Brückner (Spiegelburg)
Schönes Zwei-Personen-Spiel, das den Kindern das Hebelgesetz näher bringt. Mit einer Regelvariante auch für Ältere noch spannend.

Zicke Zacke Igelkacke von Klaus Zoch (Zoch)
Wer den Klassiker des modernen Kinderspiels noch nicht besitzt: Jetzt gibt es ihn neu in einer Igelversion. Ist die speziell für Jungs?
AB FÜNF
Diego Drachenzahn von Manfred Ludwig (Haba)
Die Murmeln ins richtige Fach rollen – hat es geklappt? Wohin sollten die Kugeln? Geschicklichkeit und Schätzen.

Schatz der Mumie von Marco Teubner (Haba)
Ein Kniffel-Propädeutikum, verknüpft mit einem Legespiel.
AB SECHS
Mausgeflippt von Chislaine van den Bulk (Zoch)
Ein rasantes Kartenspiel für Kinder und für Erwachsene.
Für ältere Kinder und Erwachsene
A la carte von Karl-Heinz Schmiel (Moskito/ Heidelberger)
Glück, Geschick und Taktik – ein Kochspiel auch für die Väter, für die die Küche ein unbekanntes Terrain ist.

Freitag, 29. Januar 2010

Zoch geht in der Simba Dickie Group auf

Münchener Kinderspielverlag bleibt redaktionell eigenständig
Mit der Übernahme durch die Fürther Simba Dickie Group verliert die Zoch GmbH ihre formale Selbstständigkeit. Der renommierte Münchener Kinderspielverlag, zu deren bisherigen Gesellschaftern der Geschäftsführer Albrecht Werstein, Klaus Zoch und Hermann Hutter gehören, wird künftig unter dem Dach der Noris-Spiele geführt. In der 2001 übernommenen Noris-Spiele Georg Reulein GmbH & Co. KG hat der Spielwarenkonzern Simba Dickie seine Brettspielaktivitäten gebündelt. Darin sind auch die 1995 von Simba gestarteten Goldsieber-Spiele als Qualitätsmarke für Autorenspiele aufgegangen, die aber nie mehr an ihre anfänglichen Erfolge anknüpfen konnten.
Die Übernahme der Zoch-Spiele kann jetzt zu einer Neubelebung der Brettspiel-Aktivitäten der Fürther Simba Dickie Group führen. Denn die redaktionelle Kompetenz und die Marketingverantwortung verbleibt bei Zoch in München. Dass der Vertrieb, der momentan noch über Hutter Trade läuft, und der Einkauf nach Fürth verlagert werden, wird in München als eine Stärkung für die Zoch-Spiele verstanden. Der starke Vertrieb des Spielwarenkonzerns und die günstigeren Einkaufmöglichkeiten der auch in China präsenten Simba Dickie Group schaffen neue Spielräume.
Albrecht Werstein wird durch diesen Zuschnitt von vielen Managementaufgaben entlastet und wird sich auf die konzeptionelle Arbeit, die Produktentwicklung und die Spieleredaktion konzentrieren. Zoch will „Entertainment ins Kinderzimmer holen“, ist in München zu hören. Mit interaktiven Spielideen wie dem Bewegungsspiel Boochie soll die Palette erweitert werden. Gleichzeitig erhofft man sich größere finanzielle Spielräume für innovative Pläne, zu denen auch elektronische Konzepte gehören können.

Mit dem Millionenseller Zicke Zacke Hühnerkacke (Autor: Klaus Zoch) stammt das bedeutendste moderne Kinderspiel aus dem Zoch-Verlag.


Konsequent wird künftig auf „Line Extensions“ – so der neumodische Begriff – gesetzt, wenn der Bestseller Heckmeck am Bratwurmeck durch Titel wie Heckmeck Junior und Heckmeck Barbecue ergänzt wird.
Die Fertigungsqualität der Produkte bleibe unverändert, verspricht Zoch. Denn die Spiele werden weiterhin in der schwäbischen Ludo Fakt GmbH hergestellt.
Zoch ist eine Institution in der deutschen Spielebranche, die gerade im Kinderspielsegment nicht zu ersetzen ist. Simba Dickie, einer der weltweit größten Spielwarenkonzerne mit einem Jahresumsatz von 500 Millionen Euro, hat 3000 Produkte im Programm. Der vergleichsweise winzige Zoch-Verlag setzt gerade mal drei Millionen Euro um und muss aufpassen, in diesem Umfeld seine Kreativität und inhaltliche Selbstständigkeit auch langfristig zu erhalten.

Donnerstag, 21. Januar 2010

Schatz der Mumie

Ein abenteuerliches Würfelspiel
Ein games we play Spieletipp für die KinderZEIT
KinderZEIT
DIE ZEIT Nr. 4 / 2010, Seite 39 >>
Schatz der Mumie ist ein Kniffel-ähnliches Würfelspiel, bei dem es darum geht, sein Ausgrabungsgelände vollständig mit den unterschiedlich geformten Schatzkärtchen zu belegen.
Material | Die kleine Schachtel ist randvoll gefüllt. Mit seinen selbst zu beklebenden Würfeln und der etwas blaß wirkenden Grafik ist das Spiel jedoch nicht gerade ein Hingucker.
Zielgruppe | Es ist ein ernsthaftes Kinderspiel, das ab fünf Jahren aufwärts in jeder Altersgruppe für eine spielerische Herausforderung sorgt.
Schatz der Mumie
von Marco Teubner
Haba
für 2 bis 4 Kinder ab zirka 5 Jahren
zirka 8 Euro >>