Samstag, 16. Juli 2016

Burg Flatterstein

Empfehlungsliste Kinderspiel des Jahres 2016
Ein Katapult als Windmaschine: Wenn eine aus leichtem Stoff gefertigten Fledermaus auf die Luftaustrittsschlitze gelegt wird, kann sie mit viel Schwung in Richtung Schachtel fliegen. Bleibt sie im Burghof liegen, darf das Kind mit seiner Figur einen Schritt weiter gehen. Bleibt die Fledermaus an der dreidimensionalen Burgmauer hängen, geht es zwei Schritte nach vorn. Und schießt das Kind die Fledermaus durch ein Burgfenster, läuft es drei Felder. Wer im Burggraben landet, bekommt ein Ereigniskärtchen, mit dem es beispielsweise den führenden Mitspieler einholt. Es gewinnt, wer seine Figur über die Treppenstufen die Burg hinauf laufen lässt und oben ankommt.
Material | Die Burg Flatterstein ist eine beindruckendes Miniaturgebäude.
Zielgruppe | Der Spielablauf ist im Prinzip sehr einfach, das Katapultieren der Fledermaus nicht: deshalb erst ab 6 Jahre.
Fazit | Schöne Idee, die aber leider nicht immer funktioniert. Denn nicht allen Spielern gelingt es, wirklich gezielt die lukrativen Plätze in der Burg zu treffen, egal wie sie sich mit dem Katapult abmühen. Die Fledermaus trifft zwar gelegentlich die Burgmauer, fällt aber wieder runter in den Burghof. Über die wackeligen Brücken, die sich an zwei Stellen des Weges befinden, kommt man aber nur mit zwei Schritten. Dadurch entsteht manchmal ein Stau vor der Brücke und es gibt ein Aufatmen, wenn der erste Spieler die Querung schafft. Das heißt: In manchen Partien läuft es einfach nicht rund.
Burg Flatterstein
von Guido Hoffmann
Drei Magier (Schmidt, Redaktion: Bastian Herfurth)
für 2 bis 4 Kinder ab zirka 6 Jahre
zirka 35 Euro

Mittwoch, 22. Juni 2016

Stone Age Junior

Kinderspiel des Jahres 2016
Rund um das Spielbrett liegen 14 verdeckte Waldplättchen. Der Spieler dreht eines um und sieht nun, wohin er seine Figur ziehen muss. Je nachdem, welches Feld die Figur erreicht, erhält das Kind eine Beere, einen Fisch, einen Krug, eine Pfeilspitze oder einen Zahn. Es gibt auch ein Tauschfeld, ein Hundehüttenfeld, wo man als Joker einen Hund bekommt oder dem Gegner klaut, und den wichtigen Bauplatz. Wer die richtige Rohstoffkombination besitzt, kann nun eine von drei Hütten bauen, die den Sieg bedeuten. Anschließend werden alle Waldplättchen wieder umgedreht, wobei die Spieler sich gut merken sollten, mit welchem Plättchen sie welches Ziel erreichen.
Spielregel | Attraktiv gestaltete Spielanleitung mit einer einführenden Geschichte rund um die Steinzeitkinder Jono und Jada.
Material | Die schönen Holzrohstoffe und dreidimensionalen Siedlungstableaus gefallen den Kindern.
Zielgruppe | Für Grundschülerinnen und -schüler sowie ältere Kindergartenkinder ab 6 Jahre. Für 5-Jährige ist es nur dann geeignet, wenn sie über reichlich Spielerfahrung verfügen und darüber hinaus spielerischen Frust aushalten.
Fazit | Die Jury Kinderspiel des Jahres hat mit Stone Age Junior ein Spiel prämiert, das mit einfachen Mitteln einen Ablauf schafft, der sich beinahe wie ein erwachsenes Brettspiel anfühlt und für langanhaltenden Spielreiz sorgt. Es sei ein „Kennerspiel“ für Kinder, so die Jury, was gleichzeitig bedeutet, dass es nicht immer besonders kindgerecht ist. Auf der einen Seite gibt es einen Merkspielanteil, der Kindern weitaus mehr liegt als ihren Eltern, auf der anderen Seite einen Taktikanteil, der ziemlich gemein sein kann. Da wird dem Mitspieler der Hund gestohlen oder ein benötigter Rohstoff vor der Nase weggenommen. Stone Age Junior ist ein Spiel für diejenigen Eltern, die sich als „Kennerspieler“ bezeichnen können, und deshalb verstehen, warum es einen englischsprachigen Namen hat. Dem breiten Publikum – auf die das Kinderspiel des Jahres zielt – dürfte die acht Jahre alte „Seniorausgabe“ von Stone Age eher unbekannt sein.

schönStone Age Junior
von Marco Teubner
Hans im Glück (Vertrieb: Schmidt)
für 2 bis 4 Kinder ab zirka 5 (besser: 6) Jahre
zirka 28 Euro

Mittwoch, 25. Mai 2016

Kinderspiel des Jahres 2016 – nominiert und empfohlen

Zweimal kooperativ, plus ein Spiel für Kennerspiel-Eltern: So sieht die diesjährige Nominierungsliste für das Kinderspiel des Jahres aus.
Leo muss zum Friseur (ab 6) ist ein kooperatives Lauf- und Merkspiel, das Kindern – mit oder ohne Eltern – ein schönes Spielerlebnis bietet. Leo gilt als Favorit für den Hauptpreis, der am 20. Juni 2016 verkündet wird.
Sehr überraschend rückte >> Mmm auf die Nominierungsliste, denn dieser Titel ist bereits mehr als ein Jahr alt. Im Frühjahr 2015 hatte die Kinderspiel-Jury das kooperative Mmm noch nicht für empfehlenswert gehalten (stattdessen gewann Mmm die österreichische Spiel-der-Spiel-Auszeichnung), jetzt geht es sogar ins Finalrennen.
Stone Age Junior (ab 5) ist laut Jury ein „anspruchsvolles ,Kennerspiel‘ für Kinder“, wobei man es auch andersrum sehen kann: Das Erwachsenen-Vorbild Stone Age dürfte bei der Mehrzahl der Eltern eher unbekannt sein – zumeist werden sich „Kennerspieler“ über die Anleihen freuen, die die Juniorvariante bei dem „Seniorenoriginal“ nimmt.
Inklusive der Empfehlungsliste hebt die „blaue“ Jury zehn Spiele hervor, wie im Vorjahr auch. Gerade mal zwei dieser Titel – Burg Schlummerschatz (ab 4) und Sag’s mir Junior (ab 4) – sind wirklich für Spielanfänger im Kindergartenalter geeignet, eingeschränkt auch noch >> Die geheimnisvolle Drachenhöhle (ab 5). Für alle anderen genannten Spiele ist schon einige Spielerfahrung nötig und ohne nachdrücklich helfende Eltern liegt das Mindestalter in der Praxis bei sechs Jahre.
Für jüngere Grundschulkinder geeignet ist auch das von der „roten“ Jury empfohlene Die fiesen 7 (ab 8), das sehr einfache Regeln hat, sowie Karuba (ab 8), das sogar mit einer Nominierung für das Spiel des Jahres ausgezeichnet wurde.

NOMINIERT FÜR DAS KINDERSPIEL DES JAHRES 2016
Leo muss zum Frisör von Leo Colovini (Abacusspiele) ab 6
Mmm! von Reiner Knizia (Pegasus Spiele) ab 5
Stone Age Junior von Marco Teubner (Hans im Glück) ab 5

EMPFEHLUNGSLISTE KINDERSPIEL DES JAHRES 2016
Burg Flatterstein von Guido Hoffmann (Drei Magier) ab 6
Burg Schlummerschatz von Heinz Meister (Haba) ab 4
Die geheimnisvolle Drachenhöhle von Carlo Emanuele Lanzavecchia und Walter Obert (Drei Magier) ab 5
Dschungelbande von Stefan Dorra und Manfred Reindl (Kosmos) ab 5
Harry Hopper von Florian Nadler (Kosmos) ab 6
Mein Schatz von Oliver Igelhaut (Igel Spiele) ab 7
Sag’s mir! Junior von Peter Sarrett (Repos)ab 4

Sonntag, 1. Mai 2016

Das Geheimnis der Zauberer

Das Spielbrett ist ein dreidimensionaler Spiegelsaal. Jeder Spieler öffnet eine Wand des Saals, lugt von außen hinein und versucht zu erkennen, welche zwei Symbole sich unter dem Rock der Zaubererfigur verbirgt, die den Hut auf hat. Wenn andere Figuren Sicht versperren, hilft es, durch die vielen Spiegel etwas zu erkennen. Anschließend nimmt jeder Spieler die zwei Spielkarten mit der vermuteten Symbolkombination und man zeigt diese zeitgleich vor.
Material | Der Aufbau des Saals auf der Schachtel, die Spiegelwände und die Zaubererfiguren machen – trotz der billig wirkenden Grundplatte aus Kunststoff – einen tollen Eindruck.
Zielgruppe | Ab 7 oder 8 Jahre, weil man den Text auf den Symbolkarten lesen können sollte und alt genug sein muss, um fair zu spielen, denn leider lädt das Spiel etwas zum Schummeln ein. Gemeinsam mit wachsamen und hilfreichen Eltern, deren Halsverrenkungen beim Hineinschauen in den Saal den Kindern besonders viel Spaß machen, kann schon ab 6 mitgespielt werden.
Fazit | Das Geheimnis der Zauberer ist ein faszinierendes und innovatives Spiel. Die ersten Runden kann man noch mit der gemächlichen Grundregel spielen. Dann wird zur rasanten Profiversion gewechselt, wo man Extrapunkte erhält, wenn man die Symbole als erster erkennt.

schönDas Geheimnis der Zauberer
von Guido Hoffmann und Jens-Peter Schliemann
Mattel Games
für 2 bis 4 Kinder ab zirka 5 Jahre
zirka 35 Euro

Gespräch mit den Autoren: Nach neun Jahren am Ziel >>

Samstag, 23. April 2016

Splash!

Die Holzklötze werden gleichmäßig an die Spieler verteilt. Wer an der Reihe ist, gibt einen Stein an seinen linken Nachbarn. Dieser muss ihn nun auf den entstehenden Turm legen, ohne dass dieser umfällt. Weitergeben darf man nur Steine, die die Farbe oder die Form des momentan an der Spitze befindlichen Klotzes haben. Wenn man keinen passenden Klotz hat, wählt man einen bei einem Mitspieler aus. Gewonnen hat man, wenn man keine Holzsteine mehr hat oder der Turm des linken Nachbarn dreimal zusammengestürzt ist.
Material | Die winzigen Bauklötze sind ein echter Blickfang, sie sind in einer praktischen Metallbox verpackt. Die Siegpunktmarker aus Plastik sind nicht so schön.
Zielgruppe | Das Spiel macht Kindern ab etwa 6 Jahren, die mit kleinen Händen einen Wettbewerbsvorteil haben, genauso viel Spaß wie Erwachsenen.
Fazit | Splash ist ein putziger Geschicklichkeitswettbewerb mit niedlichen Bauklötzchen. Außerdem kann man ein wenig taktieren, wenn man dem Gegner nur die Holzklotzformen beziehungsweise -farben weitergibt, die dieser nicht besitzt. Selbst wenn der Nachbar es schafft, den Bauklotz sicher auf dem Turm zu platzieren, kann er seinen Vorrat anschließend nicht reduzieren. Wobei es natürlich noch mehr Spaß macht, wenn der Gegner den Turm umwirft und drei Strafklötze kassiert.

Splash!
von Wilfried Fort und Marie Fort
Game Factory (Carletto, Lizenz: Lifestyle)
für 2 bis 6 SpielerInnen ab zirka 6 Jahre
zirka 15 Euro

Sonntag, 3. April 2016

Frage: Sind Spiele ohne Verlagsbeteiligung besser?

Antwort: Leider oft nicht. Es mag sympathisch wirken, wenn sich ein Spieleautor gegen die angeblichen Verwässerungen durch einen großen Verlag und dessen kommerziellen Interessen wehrt und stattdessen einen Eigenverlag gründet, in dem er alles selbst macht. Doch die Entwicklung eines guten Spieles bedarf so vieler Kenntnisse, reihenweiser Testphasen und unterschiedlichen Handwerkszeugs, die ein Autor gar nicht allein aufbringen kann. Letztens hat mir ein Spieleautor mal seine „Erfindung“ gegeben – total einfach, für Jung und Alt, unvergleichlich sei das Spiel, so seine Überzeugung. Er war gerade dabei, eine Firma für Produktion und Vertrieb zu gründen sowie Vereine ins Leben zu rufen, die ein deutschlandweites Ligasystem etablieren sollten. Allerdings, so mein unmissverständliches Urteil, war dieses Spiel an Banalität kaum zu überbieten. Der Materialbedarf war zudem absurd hoch: 144 Würfel pro Spiel. Spätestens an dieser Stelle hätte die Redaktion eines Verlags aus gutem Grund die Reißleine gezogen und den Autor um neue Ideen gebeten. Zugegeben: dieses Würfelspiel ist ein Extrembeispiel. Es gibt nämlich auch Autorenspiele aus Eigenverlagen, die durchaus gelungen sind. Aber in der Mehrheit der Fälle bewahrheitet sich meine Vermutung, dass die gründliche Bearbeitung einer Spielidee durch eine Verlagsredaktion für mehr Qualität sorgt.

Samstag, 26. März 2016

Zoowaboo

Nominiert für das Kinderspiel des Jahres 2009
Zehn Holztiere machen sich bereit, in das Floß einzusteigen. Passen alle in die Aussparung in der Floßmitte? Wer dies glaubt, legt sein grünes Plättchen: klar, zehn Tier passen immer. Dann wird eine weitere Figur dazugelegt. Wer jetzt zweifelt, wählt das rote Plättchen. Diesem Spieler müssen die anderen nun beweisen, dass alle Tiere einen Platz auf dem Floß finden können. Das machen sie gemeinsam unter dem Druck der Sanduhr.
Material | Die schönen Holztiere stammen weiterhin von Selecta – in diesem Verlag war das Original-Zoowaboo erschienen. Pegasus kann nach der Übernahme von dessem Brettspielprogramms auf die Qualität des bei Selecta produzierten Holzspielzeugs zurückgreifen.
Zielgruppe | Ab fünf oder sechs Jahre, und auch Ältere machen in Dreier- oder Viererrunden gerne mit.
Fazit | Zoowaboo ist das wohl beste Spiel, das Pegasus aus dem Selecta-Programm übernommen hat. Es ist jetzt zusätzlich durch die ZDF-Show „Das Spiel beginnt“ bekannt geworden, wo es riesengroß präsentiert wurde. Bei Zoowaboo braucht man Nerven. Passen sogar noch 13 oder 14 Tier auf die unterschiedlich großen Schiffe? Das Steigern ist spannend – das Beladen der Boote turbulent. Am Anfang kann man das noch in Ruhe beobachten, da gibt es zunächst nur ein oder zwei Punkte zu gewinnen. Die Schlussrunden, die bis zu sechs Siegpunkte bringen, sind entscheidend.

schönZoowaboo
von Carlo A. Rossi
Pegasus Spiele (Redaktion: Claudia Geigenmüller)
für 2 bis 4 Kinder ab zirka 5 Jahre
zirka 25 Euro

Freitag, 26. Februar 2016

Die geheimnisvolle Drachenhöhle

Edgar, der Drache, möchte zu einem Edelstein gezogen werden. Welche Farbe dieser haben muss, hängt von den beiden Spielkarten ab, die jeder Spieler vor sich liegen hat. Dann wird gewürfelt und die Drachenfigur muss – wenn möglich – mit exakter Augenzahl über das Spielbrett zu dem Feld gezogen werden, wo der richtige Stein zu finden ist. Wer beim Würfeln Glück hat, darf Edgar hinfliegen lassen. Doch ob sich am Ziel wirklich ein Edelstein befindet, entscheidet die Flamme, die Edgar aus seinem Drachenmaul speit.
Material | In dem Spielbrett sind Magnete eingearbeitet, die dafür sorgen, dass immer nur an einem Edelstein pro Farbe die batteriebetriebene Flamme der Drachenfigur rot aufleuchtet, was den Kindern sehr gut gefällt. Da man die Bretter mit den Magneten in verschiedene Richtungen drehen kann, befinden sich die magnetischen Orte in jeder Partie an einer anderen Stelle.
Zielgruppe | Ältere Kindergartenkinder ab 5 Jahre sowie jüngere Schulkinder.
Fazit | Im Kern ist Die geheimnisvolle Drachenhöhle die Kombination aus einem Laufspiel mit einem Memory-Element, denn man muss sich gut merken, an welcher Stelle Edgars Flamme leuchtet. Die Aufgabe, exakt mit der gewürfelten Zahl das Ziel zu erreichen, ist gar nicht einfach. Da müssen die Kinder zunächst lernen, ihren Weg mit dem Finger vorzuplanen. Dafür werden sie mit einem schönen Leuchteffekt belohnt, der für eine Reihe von Partien den entscheidenden Anreiz darstellt, das Spiel auszuwählen.

nettDie geheimnisvolle Drachenhöhle
von Walter Obert und Carlo Emanuele Lanzavecchia
Drei Magier (Schmidt, Redaktion: Thorsten Gimmler, Matthias Karl)
für 2 bis 4 Kinder ab zirka 5 Jahre
zirka 40 Euro

Sonntag, 21. Februar 2016

Captain Black

Rettet das Geisterschiff vor den tausend Gefahren!
Das Spielbrett ist ein riesiges dreidimensionales Schiffsmodell, auf dem verschiedenen Räume eingezeichnet sind. Man würfelt, zieht seine Figur entsprechend der Würfelzahl in einen anderen Raum und holt auch die große Captain-Black-Figur an diesen Ort. Diese besitzt eine eingebaute Computerintelligenz und teilt einem mit, was in dem jeweiligen Raum passiert. Ziel ist es, das Schiff gemeinsam ans Ziel zu bringen. Dazu geht man zunächst in die Räume mit den Segelplättchen, um dort die Schiffsgeschwindigkeit zu erhöhen. Da die Piratenfigur schon bald von Ratten, Kraken, Wassereinbrüchen und weiteren kleinen Katastrophen berichtet, bewegen sich die Spieler immer wieder in die betroffenen Schiffsräume, um dort die Schäden einzudämmen und das Boot über Wasser zu halten. Dabei wird das Geschehen auf dem Schiff mit Aktionselementen kombiniert, bei denen man beispielsweise kleine Holzwürfel zu einer Boule-ähnlichen Zielmarke werfen muss. Wichtig ist es, in jedem Raum auch Siegpunkte zu ergattern, denn das Spiel ist semikooperativ. Auch wenn das Schiff in der von der Elektronik vorgesehenen Zeit die Zielinsel erreicht, kann es nur einen Sieger geben.
Material | Atemberaubend sieht das aufwändig aufzubauende Schiff aus. Mit Captain Black kümmert sich Reiner Knizia erneut um die Verknüpfung von Elektronik und Brettspiel. Nach nicht so erfolgreichen Experimenten mit Smartphones und elektrisch leitenden Farben hat er hier die Computerintelligenz in eine große Figur verlagert, die auf dem Schiff auf unterschiedliche Plattformen gesetzt wird. Dabei wird ein bestimmter Knopf am Boden des Piraten aktiviert, so dass die Elektronik die Position erkennt. Das funktioniert gut und ist bequemer als bei dem im Ablauf recht ähnlichen Wer war’s, wo man Knöpfe drücken musste. Leider spricht die Figur etwas zu leise und wiederholt manche Sprüche zu häufig.
Zielgruppe | Für Schulkinder ab zirka 6 Jahre, die auch vor der eigentlich zu langen Spieldauer von mehr als 30 Minuten nicht zurückschrecken.
Fazit | Captain Black ist ein großartiges Spiel, das den Kindern grundsätzlich viel Spaß macht. Gleichzeitig ist das Spiel an manchen Stellen ungewöhnlich, was nicht jedem Spieler gefällt: Die Kombination des Brettspielgeschehens mit Aktionselementen wirkt etwas holprig, und das kooperative Geschehen bei gleichzeitigem Wettbewerb um den Gesamtsieger ist ein Widerspruch, den Jüngere manchmal nur schwer verstehen.
Captain Black
von Reiner Knizia
Ravensburger (Redaktion: Anne Lenzen)
für 2 bis 4 Kinder ab zirka 6 Jahre
zirka 47 Euro

Freitag, 8. Januar 2016

Mmm!

Mmm ist ein kooperatives Spiel. Links läuft die Katze ihren Weg in die Speisekammer. Rechts versuchen die Spieler alle Nahrungsmittel „wegzuwürfeln“, bevor die Katze ihr Ziel erreicht. Wer an der Reihe ist, wirft die drei Würfel und legt wenigstens einen auf das Spielbrett. Eine gewürfelte Gurke kommt beispielsweise auf ein Gurkenfeld. Die beiden anderen Würfel können erneut geworfen werden. Wenn man keinen Fehlwurf hat, werden die Würfel anschließend gegen dauerhaft liegende Chips ausgetauscht. Wichtig ist es dabei, ein aus zwei bis vier Feldern bestehendes Lebensmittel zu komplettieren, um die Katze am Weiterlaufen zu hindern.
Spielregel | Problematisch ist der Satz „Ihr entscheidet immer alle gemeinsam“. Das hört sich nett an, kann aber in manchen Spielerunden fatal sein. Denn der Zwang zur Einstimmigkeit bedeutet, dass jeder Spieler ein Vetorecht hat. Besser ist es, die Anleitung an der Stelle nicht wörtlich zu nehmen. Man sollte sich zwar beraten, aber letztlich immer dem aktiven Spieler die Entscheidung überlassen.
Zielgruppe | Kinder ab zirka 5, wenn sie mit älteren zusammenspielen, die bei den Entscheidungen mithelfen.
Fazit | Kooperativen Spielen fällt es oft nicht leicht, mit einfachen Regeln wirklich für Spannung zu sorgen. Mmm gelingt dies zumindest bei Kindergartenkindern und Schulanfänger ganz vorzüglich. Noch mal würfeln, oder lieber kein Risiko eingehen? Wie platziere ich die Würfel so, dass sie nicht nur den kurzfristigen Erfolg bedeuten, sondern gleichzeitig vorausschauend das schwierige Ende im Blick haben? Das ist wahrlich nicht einfach zu entscheiden. Erst bei älteren Kindern keimt der Verdacht, dass das Ganze spannender sein könnte, wenn es nicht gegen die Katze, sondern gegeneinander ginge.
schönMmm!
von Reiner Knizia
Pegasus Spiele (Redaktion: Klaus Ottmaier)
für 1 bis 4 Kinder ab zirka 5 Jahre
zirka 20 Euro