Sonntag, 26. April 2015

Kommentar: Kinderspiel-Jury rechtfertigt 2014-Entscheidung

Vermutlich ist Geister, Geister, Schatzsuchmeister die wohl umstrittenste Entscheidung, die die Jury Kinderspiel des Jahres jemals getroffen hat. Jedenfalls hat sie so viele Diskussionen ausgelöst, dass Jury-Koordinatorin Sabine Koppelberg die letztjährige Wahl in einem Artikel auf spieldesjahres.de rückblickend rechtfertigt.
Neben einer Kritik an der Verfügbarkeit des Spiels in den Geschäften, wofür ausschließlich Mattel verantwortlich ist, geht es dabei um die Alterszielgruppe. „Ab 8“ steht auf der Schachtel, und damit „wilderte“ die blaue Jury (die seine Siegerspiele mit einem blauen Pöppel auszeichnet) im Revier der roten Jury (die mit dem etablierten roten Pöppel). Mit Camel (C)up gewann den roten Hauptpreis nämlich ein Spiel, das ebenfalls mit „ab 8“ beworben wurde.
Koppelberg räumt ein, dass die „Kernzielgruppe“ von Kinderspielen im Alter zwischen vier und sieben Jahren liegt. Ihre Begründungen, warum bei Geister, Geister, Schatzsuchmeister davon abgewichen wurde, zielen in zwei gegensätzlich Richtungen: 1. Bei dem Spiel könnten auch Sechs- und Siebenjährige „problemlos mitfiebern“. 2. Die Kinderspiel-Jury behalte sich vor, auch empfehlenswerte Spiele für alle zu berücksichtigen, die „aus der Altersgruppe für das klassische Kinderspiel herausgewachsen“ sind. Was hier wie ein Angriff auf die Dominanz der roten Jury klingt, relativiert Koppelberg im nächsten Satz mit der Behauptung, dass es eine Lücke zwischen dem „klassischen Kinderspiel“ und den „klassischen Familienspiel“ gebe.
Ich halte diese These für gewagt. Aus meiner Sicht ist der Übergang zwischen dem Kinder- und Erwachsenenspiel fließend und wird von einigen Titeln gefüllt, die Groß wie Klein langandauernden Spaß bereiten. Hier tritt dann die Kategorisierung in den Hintergrund, weil die Qualität für sich spricht. Wer hingegen für ein Spiel erst eine Spezialzielgruppe in einer definierten Lücke finden muss, geht offenbar schon im Vorhinein von gewissen Einschränkungen aus.
In Abgrenzung zur Camel-(C)up-Entscheidung der roten Jury betont Sabine Koppelberg, dass das Kamelwettrennen „in reinen Kinderrunden noch überfordert“. Aber ist das bei Geister, Geister, Schatzsuchmeister nicht ganz ähnlich? Wenn behauptet wird, dieses Spiel fessele bereits Sechs- oder Siebenjährige, dann deshalb, weil in diesem kooperativen Spiel die Größeren den Kleineren sehr gut helfen können.
Geister, Geister, Schatzsuchmeister eigne sich nicht für reine Erwachsenenrunden, betont die Kinderspieljury-Koordinatorin. Ich frage mich, warum das so sein könnte. Was fehlt einem Erwachsenen, um den Reiz dieses Spiels zu durchdringen? Die Annahme, in diesem Mattel-Spiel sei etwas Ungewöhnliches verborgen, was nur Kinder entschlüsseln können, halte ich für falsch.
spieldesjahres.de: Nachgekartet: Gedanken zum Kinderspiel des Jahres 2014 >>
Kinderspiel des Jahres 2014 >>

Mittwoch, 1. April 2015

Sau-Bande!

Das rasante Reaktionsspiel
Die Sau wird in den Waschzuber gedrückt. Nun beginnen die vier Ferkel in den Ecken des Spielfeldes, den Ball in und her zu werfen. Wenn sich die Kugel nähert, drückt der Spieler auf den Kopf des Ferkels, wodurch sich dessen Hände zusammenschlagen und der Ball ins Nachbarfeld gestoßen wird. Ein tickender Timer drückt das Mutterschwein inzwischen nach oben – bis es Klack macht, und die Sau aus dem Zuber schaut. Wer nun den schlammigen Ball in seinem Feld liegen hat, hat verloren.
Material | Sau-Bande ist ein pfiffig konstruiertes Flipper-Spiel. Leider passt es in aufgebautem Zustand nicht in die Schachtel. Dadurch verziehen sich die Pappelemente recht schnell und können den Mechanismus behindern, insbesondere wenn Kinder das Spiel selbst aufbauen.
Zielgruppe | Ab 4 oder 5 Jahre. Richtig gut ist es nur in voller Besetzung mit vier Kindern oder Jugendlichen.
Fazit | Sau-Bande ist ein Aktionsspiel, ein Mehr-Personen-Flipper, das den Kindern viel Spaß macht. Reaktionsschnelligkeit und ein wenig Geschick sind gefragt. Das unberechenbare Auftauchen der Sau sorgt für Spannung, und das das Hin und Her der Schlammkugel wird immer hektischer.
5 von 6 Punkten: schönSau-Bande
Ravensburger (Redaktion: Stefanie Fimpel)
für 2 bis 4 (besser: 4) Kinder ab zirka 4 (besser: 5) Jahre
zirka 26 Euro

Sonntag, 8. März 2015

Das Spiel beginnt! Museale Retro-Show im ZDF

Das Spiel beginnt! zur besten Sendezeit am Samstagabend: Das hätte eine großartige Werbung für das moderne Brettspiel werden können. Doch leider ist das Gegenteil der Fall. Das ZDF hat es mit einer unterirdischen Spieleauswahl geschafft, dass man sich um den Ruf des deutschsprachigen Brettspiels ernsthafte Sorgen machen muss.
Start war mit Spitz pass auf! Der Titel ist 75 Jahre alt, den hat man quasi aus dem Museum rausgeholt. Selbst wenn man das Ziel hatte, eine Sendung im Siebziger-Retro-Style zu machen, wäre das ein Fehlgriff gewesen. Oder gab es in den Siebzigern wirklich keine besseren und aktuelleren Spiele? Genauso museal endete die Sendung. Hüpf mein Hütchen ist in den frühen fünfziger Jahren erstmals bei Schmidt erschienen.
Auch ich wurde von der fürs ZDF arbeitenden Castingagentur gebeten, Kinder auf die Sendung aufmerksam zu machen, die an meinen Spielerunden teilnehmen. Ich hatte deshalb durchaus die Hoffnung, es würde wenigstens in Ansätzen um die Art von Spielen gehen, und die es mir geht. Später tauchte tatsächlich das Gerücht auf, das aktuelle Spiele des Jahres – Camel Cup – würde sich in der Sendung präsentieren können. Riesig groß, mit tollen Lichteffekten, vor großem Publikum.
Doch daraus wurde nichts. Stattdessen gab es Mikado, 4 gewinnt und Memory, was sicherlich keine schlechten Spiele sind. Aber es gibt eben auch genug ähnliche Spiele, die jünger, frischer und überraschender sind. Rush Hour vielleicht? Sicher nicht. Was hat ein Ein-Personen-Spiel in solch einem Wettbewerb verloren?
Trivial Pursuit war einer der jüngeren Titel, dieses US-Spiel ist seit 30 Jahren auf dem deutschen Markt. Leider wirkt das Brettspiel aber eh wie die Umsetzung einer TV-Gameshow, so dass die Rückübersetzung ins Fernsehen zum Ergebnis hatte, dass man sich in einer x-beliebigen Ratesendung wähnte.
Welche Spiele waren gut und machten Werbung für das weltweit beachtete Kulturgut „German Style Game“? Bumm Bumm Ballon, erschienen 2012, war das jüngste Spiel. Einen Autor, unerlässliches Merkmals eines deutschsprachigen Qualitätsspiels, hat es nicht. Und ihm ging in der Sendung buchstäblich die Luft aus. Richtig toll ist hingegen Looping Louie, 1994 mit einem Sonderpreis der Spiel-des-Jahres-Jury ausgezeichnet, obwohl es sehr amerikanisch ist. Längst gilt es als Kultspiel, insbesondere auch für Erwachsene.
Am Ende hielten eigentlich nur zwei Titel die Fahne des deutschsprachigen Autorenspiels hoch, auch wenn die jeweiligen Erfinder des Spiels – Andrew und Jack Lawson (USA) und Haim Shafir (Israel) – gar nicht aus Deutschland kommen: Ravensburgers Make ’n’ Break (von 2004) und Amigos Halli Galli (1990). Zwei erstklassige Spiele. Aber das reißt es nicht raus.


www.spielbar.com: Brettspielabend mit Kerner – Eine Geschichte voller Missverständnisse >>

Mittwoch, 25. Februar 2015

Sushi Dice

Auf den Spielkarten sind Tabletts mit je sechs identischen Sushi-Häppchen abgebildet. Drei Spielkarten liegen offen aus. Zwei Spieler treten zum Duell an, bekommen je sechs Würfel und werfen diese schnell und beliebig oft. Auf den Würfeln befinden sich bunte Sushi-Symbole. Ziel ist es, einen Sechsling zu würfeln, der zu einer der Karten passt. Wer es zuerst schafft, haut auf die Glocke. Wenn der Würfel ein schwarzes „Bäh“-Symbol zeigt, darf der gegnerische Duellant „Bäh“ rufen und seinen Mitspieler zum Neustart zwingen. „Zack“ rufen die nicht am Duell Beteiligten, wenn beide Spieler zeitgleich das schwarze Symbol würfeln.
Material | Kindern gefällt die aus Halli Galli bekannte Rezeptionsglocke und sprechen deshalb vom Würfel-Halli-Galli.
Zielgruppe | Kinder ab sechs Jahre, Jugendliche und Erwachsene.
Fazit | Obwohl viele Erstklässler weder Sushi kennen noch Dice verstehen, lieben sie Sushi Dice. Kinder mögen erwachsen aussehende Spiele, die trotzdem kinderleicht sind. Einen Sechsling zu würfeln – das versteht jeder. Und da der Ablauf so kämpferisch und hektisch ist, wie es das Coverbild verspricht, ist der Spaß garantiert.

5 von 6 Punkten: schönSushi Dice
von Henri Kermarrec
Sit Down! (Vertrieb: Asmodee, Redaktion: Sebastian Rapp)
für 2 bis 6 Kinder ab zirka 6 Jahre
zirka 20 Euro

Montag, 9. Februar 2015

Daddy Cool

Nominierungsliste Kinderspiel des Jahres 2005
Die kleinen Eisbären haben ihr Fell mit Farbe bekleckert – und müssen nun in den Waschzuber. Der Weg der kleinen Eisbären zum Waschzuber führt über eine Kette mit Eisschollen. Papa Eisbär – genannt Daddy Cool – geht vor. Der Spieler wirft die sechs Würfel. Die Zahl der Schollen gibt an, wie weit der große weiße Eisbär geht. Jetzt muss man sich entscheiden: den kleinen Eisbär in der eigenen Farbe sofort nachholen? Dann ist der Spielzug beendet. Oder die Würfel, die keine Scholle zeigen, erneut würfeln? Doch wenn dieser Wurf keine weitere Eisscholle enthält, ist der komplette Zug verloren.
Zielgruppe | Ab 5 Jahre. Das Spiel macht auch Älteren Spaß.
Fazit | Keiner der kleinen Eisbären rutscht bei diesem spannenden Wettrennen von der Scholle, wenn es mal nicht klappt. Daddy Cool ist ein hervorragendes Spiel, damit auch schon kleine Kinder schwierige Abwägungsentscheidungen spielerisch kennenlernen: Risiko oder kein Risiko? Was bekanntlich sehr schwer ist – bei Spielen für Erwachsene spricht man nicht umsonst vom Can’t stop-Effekt. Daddy Cool ist eine empfehlenswerte Neuauflage für alle, die das Original nicht haben.
5 von 6 Punkten: schönDaddy Cool
von Heinz Meister
Huch & friends
für 2 bis 6 Kinder ab zirka 5 Jahre
zirka 15 Euro

Freitag, 23. Januar 2015

Selecta-Spiele erscheinen neu bei Pegasus

Drei Jahre war Selecta weg, jetzt sind die Spiele wieder da. Pegasus hat 13 alte Selecta-Titel übernommen und wird damit groß ins Kinderspiel-Segment einsteigen.
„Wir sehen für unsere qualitativ sehr hochwertigen Kinderspiele, die von Premium-Qualität ,Made in Bayern‘ ausgeht, mittelfristig keine Besserung“, begründete Selecta-Vorstand Matthias Menzel 2011 den Ausstieg aus dem Brettspielmarkt. Doch Beobachter bezweifelten, dass dies an mangelnder Nachfrage für gute Kinderspiele lag. Sondern die chronische Vertriebsschwäche des Edlinger Unternehmens schien die wesentliche Ursache zu sein. Die Brettspiele waren immer nur ein Anhängsel der pädagogisch hochwertigen Holzspielzeugpalette und wurden nahezu ausschließlich über entsprechende Läden verkauft. So blieb selbst bei Spielen, die als Kinderspiel des Jahres ausgezeichnet waren, die Auflagenhöhe kläglich. Matthias Menzel scheint das inzwischen erkannt zu haben. Ein einer Pressemitteilung freut er sich, dass die von Pegasus neu veröffentlichten Selecta-Titel „zukünftig von einem starken Vertrieb profitieren“.
Für den hessischen Pegasus-Verlag ist der Zugriff auf den „Backkatalog“ von Selecta ein Glücksfall. Kaum ein Verlag hatte bei den Kinderspielen hinsichtlich der Zahl der Highlights eine bessere Quote als Selecta. So muss Pegasus den Einstieg ins Kinderspiel-Segment nicht bei null beginnen, sondern hat sofort einige etablierte Titel in Angebot.
„Wir hatten uns schon länger vorgenommen, Kinderspiele ins Programm aufzunehmen“, erklärt Pegasus-Sprecher Michael Kränzle gegenüber kids.gamesweplay.de. Nach den großen Erfolgen mit Camel up und Istanbul sei jetzt genau der richtige Zeitpunkt dafür, weist er auf die gestiegene Aufmerksamkeit für Pegasus Spiele hin. Die alten Selecta-Titel seien dabei nicht die einzigen Kinderspiele. Mit Crazy Coconut, das in der Tradition von Looping Louie steht, werde bereits auf der Nürnberger Spielwarenmesse ein Spiel gezeigt, nennt Kränzle ein Beispiel. Diese Aktionsspiel gefallte Kindern wie Erwachsenen gleichermaßen.
Pegasus werde in Kürze seine Spieleredaktion erweitern, kündigt Kränzle an. So wolle man nicht nur die Neuauflage der alten Selecta-Spiele begleiten, sondern insbesondere auch für Neuheiten sorgen. Mit Selecta habe man vereinbart, dass von dort die bayerngefertigten Holzfiguren für die Kinderspiele zugeliefert werden, betont Michael Kränzle die hohe Qualität der Pegasus-Kinderlinie. Allerdings gebe es keine Beschränkung auf Holz-Kinderspiele, wies er auf Crazy Coconut hin, das aus Kunststoff besteht.
Das Pegasus-Selecta-Programm startet im zweiten Halbjahr mit Maskenball der Käfer (Kinderspiel des Jahres 2002), Viva Topo (Kinderspiel des Jahres 2003), Nino Conillo und Zoowaboo (Nominierungsliste 2009). Die Schachtelgestaltung steht noch nicht fest, die als „Preview“ veröffentlichten Abbildungen sind lediglich Vorüberlegungen.
Schwer nachvollziehbar: Selectas Ausstieg >>

Dienstag, 13. Januar 2015

Honigbienchen

Sechs farbige Bienenfiguren sind unter den becherförmigen Bienenkörben versteckt. Eine Karte wird aufgedeckt, und das Kind muss den Korb mit der Figur in der entsprechenden Farbe hochheben. Wenn dies gelingt, wird der Bienenstock zum erfolgreichen Spieler geschoben. Er ist aber kein sicherer Gewinn, da die Mitspieler ihn wieder wegnehmen können, sobald die passende Spielkarte kommt. Auch dann, wenn das Kind die Sonderkarte „Bär“ zieht, verliert es einen Korb. Hingegen bedeutet die Sonderkarte „Korb“ einen mühlelosen Gewinn.
Material | Schönes Material für ein Hütchenspiel: Stabile Becher, unter denen die Bienen gut versteckt sind.
Zielgruppe | Ohne die beiden Sonderkarten wäre das Spiel für Anfänger ab 4 Jahre. Mit den Sonderkarten sollten sie ein paar Monate älter sein oder brauchen Hilfe durch Erwachsene.
Fazit | Memory trifft Hütchenspiel: Merkspiele begeistern die Kleinsten eh, und mit dem Hin und Her der Becherkörbe kommt Dynamik ins Spiel.

5 von 6 Punkten: schönHonigbienchen
von Reiner Knizia
Amigo
für 2 bis 5 Kinder ab zirka 4 (besser: 5) Jahre
zirka 16 Euro

Donnerstag, 1. Januar 2015

Original und Fälschung

Die Einträge in diesem Kinderspiele-Blog werden von einem unbekannten Täter systematisch gestohlen und unter folgendem Namen als Duplikat veröffentlicht:

Das Original erkennen Sie, wenn der Kopf wie nachfolgend aussieht und mit der Webadresse übereinstimmt:

Achtung: Das Original ist werbefrei, während auf der Fälschung eine Anzeige geschaltet ist.

Sonntag, 7. Dezember 2014

Drecksause

Saumäßig durch den Matsch
Die Schweinefiguren der Spieler haben einen Rundkurs zu bewältigen und müssen an der Ziellinie jeweils dreckig ankommen. Das Kind stößt den sich drehenden Pfeil an, der anschließend bestimmt, wie oft das Rennschwein geschubst werden darf. Dafür nim der Spieler den Besen und gibt der Figur einen Stoß in Richtung Ziel. Dabei sollte die Sau nicht in ein Wasserloch stolpern, weil es dann wieder sauber wird. Die Matschlöcher helfen dabei, ein solches Reinigungs-Missgeschick wieder zu korrigieren. Wer fünf erfolgreiche Runden geschafft und den Bauern einmal aus dem Matschloch gestoßen hat, hat gewonnen.
Material | Die Rennschweine sind kugelgelagert und lassen sich gut anschubsen.
Zielgruppe | Ab zirka 6 Jahre.
Fazit | Drecksau war ein geniales Kartenspiel, das 2012 erschienen ist. Mit der damaligen Spielidee kann das neue Geschicklichkeitsspiel nicht mithalten. Denn dazu ist der Ablauf nicht originell genug. Trotzdem bietet Drecksause den Kindern soliden Spielspaß. Groß ist die Begeisterung insbesondere dann, wenn es gelingt, die gegnerische Sau ins Wasserloch zu stoßen.

4 von 6 Punkten: nettDrecksause
von Gunter Baars
Kosmos (Redaktion: Vincent Gatzsch)
für 2 bis 4 Kinder ab zirka 6 Jahre
zirka 25 Euro

Samstag, 29. November 2014

Talō

Alle wollen hoch hinaus
55 Holzklötze sind in Talō. Die kleinsten sind würfelförmig, der größte ist ein zehnmal so großer Stab. Ich werfe den zehnseitigen Zahlenwürfel, nehme den entsprechend großen Klotz und platziere ihn neben meiner Figur auf dem Spielbrett. Ich kann die gewürfelte Zahl auch auf zwei kleinere Hölzer aufteilen. Beim Stapeln muss ich mich genau an das Raster des Spielbretts halten. Ziel ist es, dass meine Figur wie über Treppenstufen Etage für Etage höher klettern kann. Dabei dürfen auch Klötze betreten werden, die von Mitspielern gebaut wurden. Wenn meine Figur als erste die zehnte Ebene erreicht, habe ich gewonnen.
Material | Talō ist ein kiloschweres Spiel mit bildschönem Holzmaterial.
Spielregel | Eigentlich wirkt Talō sehr einfach, aber die Schwierigkeit liegt im Detail. So dürfen nur Klötze mit ungrader Länge quer auf andere gelegt werden, damit sie sich mittig übereinander befinden. Es sei denn, ein Holzelement wird seitlich durch ein anderes abgestützt. Die Anleitung verdeutlicht dies mit mehreren Beispielfotos.
Zielgruppe | Für Grundschulkinder ab ungefähr 8, denn man braucht eine sehr ruhige Hand und ein sicheres Raumverständnis. Am besten für Viererrunden geeignet. Auch Erwachsene spielen gerne mit.
Fazit | Talō ist ein im wahrsten Sinne des Wortes schönes Wettrennen für Gipfelstürmer. Eigentlich ist es ein bisschen schade, dass wirklich einfallsreiche Bauwerke selten entstehen, weil jeder Spieler nur den Aufwärtsdrang seiner Figur im Blick hat. Talō ist trotz seiner Schönheit ein Wettkampf, bei dem ich meine Gegner blockieren kann, wenn ich meine Figur in den Weg stelle oder absichtlich unüberwindbare Stufen einbaue. So kommt der Spaß nicht zu kurz.
Talō
von Uta Krüger, Bernd Poloczek und Jens-Peter Schliemann
Drei Hasen in der Abendsonne
für 2 bis 4 Kinder ab zirka 6 (besser: 8) Jahre
zirka 45 Euro