Mittwoch, 3. August 2011

Wurm (5): Der Redakteur

In Hamburg stand er endlich auch einmal im Scheinwerferlicht: Zoch-Redakteur Andreas Kramer. Sein Name war bisher unbekannt, denn im Unterschied zu einigen anderen Verlagen verzichtet Zoch darauf, seine Redakteure auf der Schachtel oder in der Anleitung zu benennen. Schade eigentlich. Denn die Redaktion hat bei der Entwicklung vom Prototyp Die Brücke über den Fluss Sü-Tjen bis hin zum Endprodukt Da ist der Wurm drin ganze Arbeit geleistet.
Übrigens ist Andreas Kramer als Spieleautor auf der Empfehlungsliste Kinderspiel des Jahres vertreten: unter dem Pseudonym Marek Zoschl, das er gemeinsam mit dem zweiten Zoch-Redakteur Walter Scholz gewählt hat. Zicke Zacke heißt das rasante Kartenspiel für Vierjährige, das die beiden entwickelt haben.

Sonntag, 31. Juli 2011

Wurm (4): Ausverkauft

So schnell geht das. Beim größten Internetkaufhaus ist keine Woche nach der Preisverleihung Da ist der Wurm drin ausverkauft. Man zeigt sich jedoch optimistisch, schon am 22. August die Neuauflage liefern zu können. Momentan werden nur noch ein paar Exemplare von Partnergeschäften vermittelt, die allerdings etwas teuer sind als der von Zoch auf 25 Euro reduzierte unverbindliche Verkaufspreis. Hier ist in den nächsten Tagen bei zunehmender Knappheit mit steigenden Preise zu rechnen.
Wer seinen Wurm kurzfristig benötigt: brettspielsuche.de >> kennt einige Händler, die jetzt noch zum Normalpreis liefern können. Außerdem lohnt sich ein Ausflug zum stationären Fachhändler – vielleicht ist da ja auch noch ein Exemplar im Regal.
UPDATE Im September waren die neuen Spiele dann wirklich da.

Blogeintrag aktualisiert im September 2011

Wurm (3): Die Grafikerin

Heidemarie Rüttinger hat die Würmer und ihr gärtnerisches Umfeld gezeichnet. Der Name Rüttinger ist in der Spieleszene bekannt. Die Brüder Michael (der Ehemann von Heidemarie) und Johann Rüttinger entwarfen viele Spiele für den Fürther Noris-Verlag (unter anderem Drei Magier, was auch der Name des 1994 von Johann gegründeten Verlages war). Heidemarie Rüttinger widmete sich der Illustration vieler Spiele. „Mein Anliegen ist es, der ,Verkopfung‘ der Kleinen mit liebevollen Illustrationen entgegen zu wirken.“
Die in der Oberpfalz lebende Rüttinger hat auch noch eine ganz andere künstlerische Leidenschaft. Unter dem Künstlernamen Marie Deutschland gründeten sie und ihr Mann 1980 eine gleichnamige Band, die drei Jahre später einen Plattenvertrag mit der Emi abschloss und im Zuge der „Neuen Deutschen Welle“ durch Fernsehauftritte in „Formel 1“ und „Bananas“ Popularität errang. Nach der Erkrankung ihres Sohnes brach sie ihre Musikkarriere 1984 ab. Erst 2006 erschien neues, selbst produziertes Material von ihr. „Markante Stimme, Rockmusik mit klassischen Anleihen und deutsche Texte mit mysteriöser Tiefgründigkeit“ lauten die Kennzeichen der Musik der fünffachen Mutter.
marie-deutschland.de >>

Freitag, 29. Juli 2011

Wurm (2): Die Autorin

Carmen Kleinert (38) wirkt immer noch überrascht, wie man mit der Erfindung eines Spiels solche Aufmerksamkeit erringen kann. In der deutschen Spieleszene rückt man zunächst die Autorenleistung in den Mittelpunkt – doch mit dieser Szene hatte Kleinert zuvor noch nie etwas zu tun gehabt. Die bei Nürnberg lebende alleinerziehende Mutter ist in der Fitnessbranche tätig, ihr Spiel irgendwie so nebenher bei der Beschäftigung mit ihrer mittlerweile siebenjährigen Tochter entstanden. Außerdem sah es ziemlich anders aus, als sie es 2008 als Prototyp beim Deutschen Lernspielpreis einreichte und die Zoch-Redaktion darauf aufmerksam wurde. Die Brücke über den Fluss Sü-Tjen hieß es. Sü-Tjen weil ihre Tochter den Begriff „Süden“ damals so aussprach. Carmen Kleinert ist nun auf den Geschmack gekommen und versucht sich momentan an einem weiteren Spiel, wie sie verrät. Sie ist davon überzeugt, dass sie mit Spielen die Vorstellungswelt ihrer Tochter „anders erreichen“ könne.

Montag, 25. Juli 2011

Wurm (1): Der Sieg

Da ist der Wurm drin ist das Kinderspiel des Jahres 2011. Riesenbegeisterung bei der Preisverleihung in Hamburg (siehe Foto oben): Grafikerin Marie Rüttinger, Redakteur Andreas Kramer, Autorin Carmen Kleinert und Verleger Albrecht Werstein sind „aus dem Häuschen“. Und Amelie und Antonia, die im Kinderhort Kleinflotterbeker Weg die Patenschaft für den Wurm übernommen haben, freuen sich ebenfalls. Wer steckt hinter dem Wurm? Welche Rätsel birgt er? Und warum hat er es soweit geschafft? Ein paar dieser Fragen wird dieser Blog in den nächsten Wochen in loser Folge beantworten.

Donnerstag, 7. Juli 2011

Qwirkle

Einfach begonnen – schnell gewonnenEin games we play Spieletipp für die KinderZEIT
KinderZEIT
DIE ZEIT Nr. 28 / 2011, Seite 44 >>
Spiel des Jahres 2011
Aus 108 Steinen mit sechs unterschiedlichen Symbolen und sechs unterschiedlichen Farben werden Reihen gebildet. Je länger die Reihen sind, desto mehr Punkte gibt es.
Material | Einfache und handliche Steine, die zu schönen Mustern auf dem Tisch ausgelegt werden. Ihr Nachteil: Da sie zunächst aufrecht vor dem Spieler stehen, liegt ihre Vorderseite nur bei einem hell erleuchteten Raum nicht im Schatten. Bei einem hell erleuchtetem Tisch bei gleichzeitig trüber Raumbeleuchtung lassen sich die Farben oft nur sehr schwer unterscheiden.
Zielgruppe | „Ab 6“ behauptet die Schachtel. Was aber nicht stimmt. „Ab 8“ ist angemessen – ansonsten begeistert Qwirkle generationsübergreifend.
Fazit | Ein abstraktes Spiel mit dem Zeug zum Klassiker.



Qwirkle
von Susan McKinley Ross
Schmidt (Redaktion: Thorsten Gimmler, Lizenz: Mindware)
für 2 bis 4 SpielerInnen ab zirka 6 (besser: 8) Jahre
zirka 29 Euro

Donnerstag, 16. Juni 2011

Eselsbrücke

Der Spaß mit der GedächtnislückeEin games we play Spieletipp für die KinderZEIT
KinderZEIT
DIE ZEIT Nr. 25 / 2011, Seite 47 >>
Nominiert für das Spiel des Jahres 2012
Ein Spieler zieht Begriffsplättchen aus dem Sack, beispielsweise Kanu, Dreizehn und Spiegel, und erzählt eine kurze Geschichte. In ein oder zwei Sätzen müssen alle gezogenen Worte enthalten sein: das ist dann die Eselsbrücke. Zwei Runden werden von allen Spielern Sätze zu jeweils neu gezogenen Plättchen ersponnen. Dann werden die drei sorgfältig aufbewahrten Plättchen der ersten Runde an drei Mitspieler verteilt. Diese müssen nun jeweils einen anderen Begriff benennen. Mit ihrem Plättchen und der Eselsbrücke sollte dies gelingen.
Spielregel | Gut geschrieben. Aber: sie ist unnötig destruktiv – ein kleiner Fehler gegen Spielende, und man kann unter Umständen seine gesamten mühsam errungenen Punkte wieder abgeben. Und wieso behauptet die Regel, man könne zu zwölft spielen? Das klappt ja nur, wenn jeweils zwei gemeinsam ein Team bilden – jedenfalls enhält die Schachtel Material für bloß sechs Personen.
Zielgruppe | Für sprachgewandte Kinder ab acht und Erwachsene.
Fazit | Das Spiel ist äußerst anstrengend, und nicht immer hat eine erzählte Geschichte wirkliche Eselsbrückenqualitäten. Aber darauf kommt es an. Und die Gedächtnisleistung. Am besten spielt es sich übrigens zu viert. UPDATE Seit der zweiten Auflage, die 2012 erschienen ist, gibt es eine verbesserte Spielregel. Die übermäßig destruktive Punktewertung wurde deutlich abgemildert. Und die Spieledauer ist verkürzt, was insbesondere für Fünf- und Sechs-Personen-Partien wohltuend ist. Damit ist Eselsbrücke auch für größere Runden einen Top-Empfehlung.



Eselsbrücke
von Ralf zur Linde und Stefan Dorra
Schmidt (Redaktion: Thorsten Gimmler)
für 3 bis 12 (besser: 6) SpielerInnen ab zirka 8 Jahre
zirka 25 Euro

Blogeintrag aktualisiert im Mai 2012

Montag, 23. Mai 2011

Kinderspiel des Jahres 2011 – nominiert und empfohlen

Deutlich mehr als hundert Spiele hat die Jury in den vergangenen Monaten unter die Lupe genommen. Drei Spiele sind jetzt für das diesjährige Kinderspiel des Jahres, das am 25. Juli 2011 verliehen wird, nominiert. Da ist der Wurm drin ist ein Spiel, bei dem bereits die Kleinsten mitmachen können – aber auch Schulkinder sind von dem unterirdischen Wettrennen ihrer Kriechtiere begeistert. Die kleinen Zauber Lehrlinge sind ein sagenhaft schön ausgestattetes Geschicklichkeitsspiel, bei dem versteckte Magnete für Stolperfallen sorgen. Hier werden Kugeln in vier Kessel transportiert, während in Monsterfalle, dem dritten nominierten Spiel, die Figur des knuffigen Ungeheuers im schwarzen Kellerloch landen muss. Beide Geschicklichkeitsspiele erscheinen ähnlich, sind aber dennoch ganz anders. Bei den Zauber Lehrlingen spielt man ruhig und überlegt. Bei der Monsterfalle sorgt eine Sanduhr für Hektik, und man spielt im Team, abwechselnd mit seinem rechten und linken Nachbarn.In den Vorjahren wurden jeweils fünf Spiele nominiert. Dieses Jahr wurden die Nominierungslisten einheitlich für das „blaue“ Kinderspiel, das „rote“ Spiel und das neu geschaffenen „anthrazitfarbene“ Kennerspiel des Jahres auf jeweils drei Titel konzentriert.
Die Empfehlungsliste beim Kinderspiel des Jahres ist auf zwölf Einträge angewachsen: angefangen beim einfachen Reaktions-Kartenspiel Zicke Zacke, das sich den Kleinsten ab vier Jahren intuitiv erschließt, bis hin zu anspruchsvolleren Brettspielen wie dem bemerkenswerten 1000 und ein Schatz, dessen taktische Herausforderungen auch Spielerfahrenere begeistern können.
Für ältere Kinder lohnt sich auch ein Blick auf das Spiel des Jahres und insbesondere das abstrakte Kombinationsspiel Qwirkle, das mit einer Nominierung ausgezeichnet ist. Hervorzuheben sind auch das einfache Reaktionsspiel Geistesblitz, das abstrakte Legespiel Blockers sowie die schon recht anspruchsvollen Titel Mondo und Uluru, die für die Empfehlungsliste ausgewählt sind.
Spiel des Jahres >>

NOMINIERT FÜR DAS KINDERSPIEL DES JAHRES 2010
Da ist der Wurm drin von Carmen Kleinert (Zoch) ab 4
Die kleinen Zauber Lehrlinge von Thomas Daum und Violetta Leitner (Drei Magier) ab 5
Monsterfalle von Inka Brand und Markus Brand (Kosmos) ab 6

EMPFEHLUNGSLISTE KINDERSPIEL DES JAHRES 2010
Banana Jump von Max Gerchambeau (Winning Moves) ab 4
Flucht vor dem T-Rex von Jörg Domberger (Spiegelburg) ab 6
Grimaffen von Reiner Knizia (Selecta) ab 4
Das große Kullern von Jens-Peter Schliemann und Bernhard Weber (Ravensburger) ab 6
Das große Tier-Rätsel von Gunter Baars und Wolfgang Kramer (Ravensburger) ab 5
Kissenschlacht von Liesbeth Bos (Amigo) ab 4
Kleine Froschmusik von Anja Wrede (Siebenschläfer) ab 5
Magors Lesezauber von Kai Haferkamp (Ravensburger) ab 5
Pappsatt von Christine Basler und Alix-Kis Bouguerra (Selecta) ab 4
Schätzinsel von Kirsten Hiese (Haba) ab 6
1000 und ein Schatz von Marco Teubner (Haba) ab 5
Zicke Zacke von Marek Zoschl (Zoch) ab 4

Montag, 16. Mai 2011

Da ist der Wurm drin

Kinderspiel des Jahres 2011
Unsere Würmer graben sich durch ein dreidimensionales Gartenbeet. Der Farbwürfel entscheidet, ob ich ein langes oder kurzes Wurmstück nehmen darf. Dieses stecke ich in den unterirdischen Gang meines Kriechtieres. Nach und nach wird mein Wurm immer länger. Irgendwann taucht er am Ziel – dem Komposthaufen – aus dem Untergrund auf. Zwischendurch erhasche ich auch am Blumen- und Erdbeerbeet einen Blick auf die Würmer. An diesen Zwischenstationen wird ausgewertet, wer seinen Wettchip auf das führende Tier gesetzt hat.
Spielregel | In der Erstauflage war sie noch fehlerbehaftet, jetzt ist sie in Ordnung.
Material | Die Idee des unterirdischen Weges ist mit zwei Spielbrettern und vier stabilisierenden Holzstiften passend umgesetzt und grafisch bildschön gestaltet.
Zielgruppe | Schon für Dreijährige ist es eine Art Tempo, kleine Schnecke für Fortgeschrittene, bei der jeder sein eigenes Kriechtier hat. Sie spielen aber noch ohne Wetteinsatz – damit wird es ab fünf oder sechs Jahren spannend.
Fazit | Ein tolles Spiel, dessen unveröffentlichter Prototyp unter dem Namen Die Brücke über den Fluss Sü-Tjen 2008 mit dem Deutschen Lernspielpreis ausgezeichnet wurde. Da ist der Wurm drin sorgt trotz einfacher spielerischer Mittel für Faszination. Dabei zeigen sich nicht nur die Kleinsten begeistert, auch Schulkinder mögen das spannende Untergrund-Wettrennen.

Da ist der Wurm drin
von Carmen Kleinert
Zoch (Noris)
für 2 bis 4 Kinder ab zirka 4 (besser: 3) Jahre
zirka 25 Euro

Blogeintrag aktualisiert im Juli 2011


Sonntag, 1. Mai 2011

Pappsatt

Empfehlungsliste
Kinderspiel des Jahres 2011

Wir sind als Tierpflegerin und -pfleger im Zoo unterwegs. An unsere Figuren hängen wir einen Futtereimer, laufen ein paar Schritte zum verschlossen Tiergehege und gucken, wer dort auf Futter wartet. Ein Eimer voll Nüsse für das Krokodil? Das passt nicht. Also im nächsten Zug nach Papageien oder Eichhörnchen suchen und sich merken, wo das Krokodil auf Fleisch wartet. Wer einem Tier seine Leibspeise bringt, darf dort sein Futterplättchen durch einen Schlitz in die Schachtel stecken.
Spielregel | Leider Selecta-typisch auf viele Seiten verteilt. Die simple Regel, dass man besetzte Zielfelder überspringt, ist leider etwas umständlich formuliert und missverständlich.
Material | Dass die Zugänge zu den Tiergehegen gar nicht wie Türen aussehen, sondern eher wie Topfdeckel, gefällt mir nicht. Ansonsten ist die Gestaltung sehr schön.
Zielgruppe | Ab vier Jahre kann man beginnen, obwohl anfangs viel verlangt wird. Mit oder gegen den Uhrzeigersinn laufen? Wann lohnt es sich, das Zielfeld zu überspringen?
Fazit | Das dreidimensional aufgebaute Spiel gefällt den Kindern. Schade ist, dass man nach einer Fütterung bei einer gewürfelten 2 oft keine Möglichkeit hat, seinen Eimer wieder zu füllen. Ansonsten ist die bildschöne Kombination aus Laufspiel mit Memo-Elementen überaus gelungen.

Pappsatt
von Christine Basler und Alix-Kis Bouguerra
Selecta
für 2 bis 4 Kinder ab zirka 4 Jahre
zirka 25 Euro

Blogeintrag aktualisiert im Mai 2011