Dienstag, 29. Juni 2010

Dixit: Spiel des Jahres für Frankreich

Ist Dixit (auch) ein Kinderspiel?
Das Spiel des Jahres 2010, eine Auszeichnung fürs deutschsprachige Spiel, ist das französische Dixit. Das ist die Überraschung in diesem Jahr. Zwar gewann 2004 mit Zug um Zug ebenfalls ein nicht-deutscher Titel. Aber dieses US-französische Spiel galt als typisches „German-style board game“ und zielte von Anfang auch auf den deutschen Markt. Das ist bei Dixit nicht der Fall. Es ist als Kommunikationsspiel kein „typisch deutsches“ Spiel – sondern steht eher in der Tradition internationaler Partyspiele.
Der Autor: Jean-Louis Roubira
Die Freude bei Dixit-Autor Jean-Louis Roubira war riesig. Sein Spiel setzte sich gegen die anderen nominierten Spiele durch, zwei deutsche und zwei amerikanische Titel. Jetzt darf er den weltweit bedeutendsten Spielepreis mit nach Frankreich nehmen. Roubira ist Kinderpsychater und erzählte auf der Berliner Preisverleihung, dass er Dixit aus seiner Arbeit heraus entwickelt habe. Es gehe darum, beim Anblick von Bildern Gefühle auszudrücken.
In Dixit muss der Spieler zu einem fantastischen Traumbild eine Überschrift assoziieren und mit einem Wort oder einen kurzen Satz ausdrücken. Diese Überschrift muss so nah am Bild sein, dass möglichst viele Mitspieler es daraufhin erkennen – aber nicht alle. Deswegen darf man die Zeichnung nicht konkret beschreiben, sondern muss im Ungefähren bleiben. Das ist wahrlich nicht einfach. Somit ist Dixit wie viele Kommunikationsspiele: Die formale Spielregel ist kinderleicht, die inhaltlichen Anforderungen sind viel höher.
Es ist schwierig festzulegen, ab welchem Alter Kinder bei Dixit eine Chance haben. Manche Kinder beherrschen das Übersetzen eines abgebildeten Traumbildes in Sprache bereits ab acht Jahren. Und dann macht ihnen das Spiel sehr viel Spaß.
Ein Kinderspiel ist Dixit sicherlich nicht. Es ist auch ein Spiel für ältere Kinder, begeistert aber genauso andere Generationen.
Jury-Sprecher Bernhard Löhlein überreicht die Siegerurkunde an den Autor Jean-Louis Roubira, den Verleger Régis Bonnessée (Libellud), Kelly Shergill (Asmodee-Geschäftsführerin – zuständig für den deutschen Vertrieb) und die Grafikerin Marie Cardouat.

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