Sonntag, 21. Februar 2016

Captain Black

Rettet das Geisterschiff vor den tausend Gefahren!
Das Spielbrett ist ein riesiges dreidimensionales Schiffsmodell, auf dem verschiedenen Räume eingezeichnet sind. Man würfelt, zieht seine Figur entsprechend der Würfelzahl in einen anderen Raum und holt auch die große Captain-Black-Figur an diesen Ort. Diese besitzt eine eingebaute Computerintelligenz und teilt einem mit, was in dem jeweiligen Raum passiert. Ziel ist es, das Schiff gemeinsam ans Ziel zu bringen. Dazu geht man zunächst in die Räume mit den Segelplättchen, um dort die Schiffsgeschwindigkeit zu erhöhen. Da die Piratenfigur schon bald von Ratten, Kraken, Wassereinbrüchen und weiteren kleinen Katastrophen berichtet, bewegen sich die Spieler immer wieder in die betroffenen Schiffsräume, um dort die Schäden einzudämmen und das Boot über Wasser zu halten. Dabei wird das Geschehen auf dem Schiff mit Aktionselementen kombiniert, bei denen man beispielsweise kleine Holzwürfel zu einer Boule-ähnlichen Zielmarke werfen muss. Wichtig ist es, in jedem Raum auch Siegpunkte zu ergattern, denn das Spiel ist semikooperativ. Auch wenn das Schiff in der von der Elektronik vorgesehenen Zeit die Zielinsel erreicht, kann es nur einen Sieger geben.
Material | Atemberaubend sieht das aufwändig aufzubauende Schiff aus. Mit Captain Black kümmert sich Reiner Knizia erneut um die Verknüpfung von Elektronik und Brettspiel. Nach nicht so erfolgreichen Experimenten mit Smartphones und elektrisch leitenden Farben hat er hier die Computerintelligenz in eine große Figur verlagert, die auf dem Schiff auf unterschiedliche Plattformen gesetzt wird. Dabei wird ein bestimmter Knopf am Boden des Piraten aktiviert, so dass die Elektronik die Position erkennt. Das funktioniert gut und ist bequemer als bei dem im Ablauf recht ähnlichen Wer war’s, wo man Knöpfe drücken musste. Leider spricht die Figur etwas zu leise und wiederholt manche Sprüche zu häufig.
Zielgruppe | Für Schulkinder ab zirka 6 Jahre, die auch vor der eigentlich zu langen Spieldauer von mehr als 30 Minuten nicht zurückschrecken.
Fazit | Captain Black ist ein großartiges Spiel, das den Kindern grundsätzlich viel Spaß macht. Gleichzeitig ist das Spiel an manchen Stellen ungewöhnlich, was nicht jedem Spieler gefällt: Die Kombination des Brettspielgeschehens mit Aktionselementen wirkt etwas holprig, und das kooperative Geschehen bei gleichzeitigem Wettbewerb um den Gesamtsieger ist ein Widerspruch, den Jüngere manchmal nur schwer verstehen.
Captain Black
von Reiner Knizia
Ravensburger (Redaktion: Anne Lenzen)
für 2 bis 4 Kinder ab zirka 6 Jahre
zirka 47 Euro

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