Freitag, 29. Januar 2010

Zoch geht in der Simba Dickie Group auf

Münchener Kinderspielverlag bleibt redaktionell eigenständig
Mit der Übernahme durch die Fürther Simba Dickie Group verliert die Zoch GmbH ihre formale Selbstständigkeit. Der renommierte Münchener Kinderspielverlag, zu deren bisherigen Gesellschaftern der Geschäftsführer Albrecht Werstein, Klaus Zoch und Hermann Hutter gehören, wird künftig unter dem Dach der Noris-Spiele geführt. In der 2001 übernommenen Noris-Spiele Georg Reulein GmbH & Co. KG hat der Spielwarenkonzern Simba Dickie seine Brettspielaktivitäten gebündelt. Darin sind auch die 1995 von Simba gestarteten Goldsieber-Spiele als Qualitätsmarke für Autorenspiele aufgegangen, die aber nie mehr an ihre anfänglichen Erfolge anknüpfen konnten.
Die Übernahme der Zoch-Spiele kann jetzt zu einer Neubelebung der Brettspiel-Aktivitäten der Fürther Simba Dickie Group führen. Denn die redaktionelle Kompetenz und die Marketingverantwortung verbleibt bei Zoch in München. Dass der Vertrieb, der momentan noch über Hutter Trade läuft, und der Einkauf nach Fürth verlagert werden, wird in München als eine Stärkung für die Zoch-Spiele verstanden. Der starke Vertrieb des Spielwarenkonzerns und die günstigeren Einkaufmöglichkeiten der auch in China präsenten Simba Dickie Group schaffen neue Spielräume.
Albrecht Werstein wird durch diesen Zuschnitt von vielen Managementaufgaben entlastet und wird sich auf die konzeptionelle Arbeit, die Produktentwicklung und die Spieleredaktion konzentrieren. Zoch will „Entertainment ins Kinderzimmer holen“, ist in München zu hören. Mit interaktiven Spielideen wie dem Bewegungsspiel Boochie soll die Palette erweitert werden. Gleichzeitig erhofft man sich größere finanzielle Spielräume für innovative Pläne, zu denen auch elektronische Konzepte gehören können.

Mit dem Millionenseller Zicke Zacke Hühnerkacke (Autor: Klaus Zoch) stammt das bedeutendste moderne Kinderspiel aus dem Zoch-Verlag.


Konsequent wird künftig auf „Line Extensions“ – so der neumodische Begriff – gesetzt, wenn der Bestseller Heckmeck am Bratwurmeck durch Titel wie Heckmeck Junior und Heckmeck Barbecue ergänzt wird.
Die Fertigungsqualität der Produkte bleibe unverändert, verspricht Zoch. Denn die Spiele werden weiterhin in der schwäbischen Ludo Fakt GmbH hergestellt.
Zoch ist eine Institution in der deutschen Spielebranche, die gerade im Kinderspielsegment nicht zu ersetzen ist. Simba Dickie, einer der weltweit größten Spielwarenkonzerne mit einem Jahresumsatz von 500 Millionen Euro, hat 3000 Produkte im Programm. Der vergleichsweise winzige Zoch-Verlag setzt gerade mal drei Millionen Euro um und muss aufpassen, in diesem Umfeld seine Kreativität und inhaltliche Selbstständigkeit auch langfristig zu erhalten.

Kommentare:

  1. Ich glaube nicht, daß Zoch sich halten kann. Ein Großkonzern hat ganz andere Interessen, als ein kleiner Spieleerfinder. Goldsieber zeigt, daß es abwärts geht.

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  2. Ganz im Gegenteil. Simba Dickie hat bewiesen, dass die Geschäftspolitik der "Marken unter einem Dach" Zukunft bedeutet. Die Kreativitätstärke von Zoch wird eine erweiterte Marktpositionierung geben und die Konzentration der Stärken die Richtigkeit dieses Schrittes beweisen.

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