Samstag, 5. Februar 2011

Nürnberg: Elektronik ins Kinderspiel

Tiptoi oder Toystick? Es hört sich so ähnlich an. Und die Dinge sind auch sehr ähnlich. Es handelt sich um einen Stift, der in seiner Spitze ein Sensor zum Lesen von Informationen besitzt, die in einem Buch oder einem Spiel eingebettet sind. Im Stift befindet sich eine intelligente Computer-Hardware und ein Lautsprecher. Die Software für die Bücher und Spiele wird dann mittels USB-Kabel aus dem Internet nachgeladen, wenn sie auf dem Stift noch nicht abgespeichert sind.
Ravensburgers Tiptoi ist schon im vergangenen Herbst erschienen. Die damals erschienenen Bücher aus der Reihe Wieso? Weshalb? Warum? (ab 4) sind sehr gut gelungen (insbesondere das Buch Welt der Musik ist brillant). Dazu gab es einige schön gemachte Lernspiele, die – wie beispielsweise Die Englisch Detektive (ab 6) – bei den Kindern sehr gut ankommen. Ravensburger hat jetzt auf der Spielwarenmesse einige Neuheiten vorgestellt, um den beliebten Tiptoi, der Anfang des Jahres wochenlang komplett ausverkauft war, weiter auszubauen. Bereits erschienen ist das Puzzle Die Ritterburg (ab 5, Foto oben rechts) als Solospiel. Im Frühjahr kommt das interaktive Memory Rekorde im Weltreich (ab 5), das den Klassiker mit Wissens- und Rateelementen verknüpft. Im Herbst folgen Die geheimnisvolle Maske (ab 7) und der Wolfgang-Kramer-Titel In Deutschland unterwegs (ab 7).
Jetzt ziehen die zum Simba-Dickie-Konzern gehörenden Noris-Spiele mit dem offensichtlich parallel entwickelten Toystick nach. Er hat mehr Speicherplatz, ein integriertes Mikrofon und ein eingebautes Akku plus Ladestation. Ansonsten sind kaum Unterschiede zu erkennen. 24 Bücher und Hefte werden jetzt im Frühjahr dazu geliefert, außerdem gibt es Mein Auditorium – Musik zum Anfassen (ab 3, Foto oben links), eine Art Instrumentenset für Kleinkinder. Spiele gibt es zurzeit nicht, sie sind aber angedacht.
Nachdem im letzten Jahr die sächsische Firma Publicsolution mit ihrer Yvio-Konsole in Konkurs gegangen ist, ist es erstaunlich, dass die künstliche Intelligenz im Spiel nun doch wieder Perspektiven besitzt. Mit kapitalkräftigen Firmen lässt sich solch ein Projekt, das sehr hohe Anfangsinvestitionen erfordert, wesentlich besser umsetzten. Zu hoffen ist, dass Ravensburger und Noris die Potenziale dieser Technologie künftig verstärkt einer entsprechenden Spieleentwicklung zugute kommen lassen.
Unabhängig davon wird bei Ravensburger im Herbst auch die Reihe Brettspiel+Elektronik fortgesetzt. Reiner Knizia hat Das verrückte Labyrinth (ab 8) mit einem elektronischen Zauberbuch versehen. Und Schnappt Hubi! (ab 4½) habe ich hier bereits erwähnt.

1 Kommentare:

  1. ....der Toystick zieht nicht nach, er ist bereits 1,6 Millionen mal weltweit verkauft. Der Tiptoi ist technologisch die erste Generation des Toysticks und dem Toystick weit unterlegen.

    www.toystick.de ... seht selbst...

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